zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 12:07 Uhr

Volkstheater Rostock : Latchinian vor dem Abschied?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Neue Spekulationen um möglichen Abgang / SPD fordert Bekenntnis oder Rücktritt / Modell Opernhaus steht Zielen entgegen

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Die SPD heizt die Spekulationen um einen möglichen Abschied von Theaterchef Sewan Latchinian an. Fraktionsmitglied Thoralf Sens: „Entweder der Intendant trägt das Konzept des Opernhauses und seine Umsetzung aktiv mit, oder er muss seinen Rücktritt erklären.“ Ein Zurück hinter den Gesellschafterbeschluss vom 29. Januar werde es nicht geben.

Latchinian hatte sich zuletzt Bedenkzeit erbeten – die neue Struktur sieht drastische Kürzungen in seinem eigentlichen Fachgebiet, dem Schauspiel, sowie im Tanztheater vor. Eventuell soll die eigenständige Produktion sogar ganz abgeschafft werden. Jetzt sagt Latchinian zwar: „Mir ist durchaus bewusst, dass Gesellschafterbeschlüsse umzusetzen sind.“ Dass seine persönliche Meinung von deren Inhalt abweicht, stellt er aber auch klar: „Ich halte den jetzigen Kurzschluss, ein Opernhaus aus dem Rostocker Volkstheater zu machen, für eine Schnapsidee. Ich werde Widerstand leisten, solange ich kann.“ Sein Vertrag läuft noch bis Juli 2019. „Wenn es nach mir gehen kann, habe ich vor durchzuhalten – und zwar mit vier Sparten“, so der Intendant. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hat der Geschäftsführung eine Frist bis zum 20. Februar gesetzt, das Modell Opernhaus konzeptionell zu unterfüttern. „Zur Umsetzung brauchen wir jetzt alle in der Hansestadt Rostock vorhandenen Kräfte und den notwendigen Sachverstand“, sagt er. „Es geht um die Zukunft unseres Theaters und um die Zukunft von Theater in Rostock und da erwarte ich natürlich auch und an erster Stelle ein ganz besonderes und geschlossenes Engagement der Theater-Geschäftsführung!“

Dass Latchinian wirklich bleibt, davon scheinen selbst seine Anhänger in der Bürgerschaft nicht restlos überzeugt zu sein. „Natürlich wird es für ihn schwierig“, sagt beispielsweise Karsten Kolbe, Vizechef der Linksfraktion. „Er ist gekommen, um die Schauspielsparte zu entwickeln und wenn ihm die jetzt unter den Beinen weggezogen wird, macht es das nicht einfacher für ihn.“ In so einer Situation ein Ultimatum zu stellen, wie es die SPD nun getan hat, sei kontraproduktiv, meint Sybille Bachmann, Chefin der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09: „Das torpediert gesichtswahrende persönliche Lösungen und eskaliert den gerade begonnenen sachlichen Findungsprozess.“

Malte Philipp, Chef der Fraktion UFR/FDP, hingegen würde den Abgang Latchinians begrüßen. Er verweist auf die historisch schlechten Besucherzahlen. „Wenn man nüchtern den Erfolg des Theaters anguckt, spricht das für sich“, sagt er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen