"Langer Heinrich" ins Dock gelegt

Der marode Schwimmkran „Langer Heinrich“ befindet sich seit gestern im Dock.fotos: Georg Scharnweber
Der marode Schwimmkran „Langer Heinrich“ befindet sich seit gestern im Dock.fotos: Georg Scharnweber

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02. Mai 2012, 06:25 Uhr

Warnemünde | Anfang Juli soll der "Lange Heinrich" in altem Glanz erstrahlen. Gestern wurde er ins Dock der Nordic-Yards-Werft in Warnemünde gelegt. "Er musste jetzt zügig rein, weil das Dock nur diesen Monat frei ist", sagt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Die Werft hatte in einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag für die Sanierung des schwimmenden Denkmals erhalten. Rund 480 000 Euro hat die Bürgerschaft dafür genehmigt.

"Der Ponton wird komplett gestrahlt und neu bemalt", sagt Ruhnke. Außerdem werden die 220 PS starken Dampfmaschinen generalüberholt und der 50 Meter hohe Ausleger vom Rost befreit und neu angestrichen. "Hinterher wird der Kran wieder komplett begehbar sein", so der Hafenkapitän. Aber bevor er an seinen angestammten Platz im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum im IGA-Park zurückkehrt, wird er zur Einweihungsparty im Stadthafen erwartet - um ein Zeichen für den Erhalt der maritimen Tradition in Rostock zu setzen. "Wir hatten sehr viele Gegner", sagt Ruhnke. Unter anderem wollten diverse Bürgerschaftsfraktionen das Geld lieber für andere Projekte ausgeben, etwa für den Ausbau von Spielplätzen oder für neue Bäume.

Dabei steht die Stadt als Eigentümerin des "Langen Heinrichs" in der Pflicht. Denn der weltweit letzte Schwimmkran seiner Zeit steht unter Denkmalschutz, muss also erhalten werden. "Wir müssen unsere Tradition pflegen", sagt auch Ruhnke. Der 1905 gebaute Kran sei dabei ein wichtiger Bestandteil. Bis 1978 befand er sich noch im Einsatz im Rostocker Hafen, wo ihn die Neptun-Werft für Bergungsarbeiten, den Transport von Schiffssektionen und Brückenhäusern sowie den Schwergutumschlag einsetzte. 14 Mann waren nötig, um ihn zu bedienen. Mit seinen 900 Tonnen Eigengewicht konnte der Wippauslegerkran an seinem großen Haken bis zu 100 Tonnen und am kleinen Haken 20 Tonnen in bis zu 50 Meter Höhe heben.

Von solchen Leistungen ist er momentan weit entfernt. Vor zwei Jahren musste das Denkmal für Besucher gesperrt werden. Die Gefahr durch marode Bauteile, die herabzustürzen drohten, war einfach zu groß. Außerdem war der Schwimmponton zwischenzeitlich leckgeschlagen, umweltgefährdende Öle drohten auszutreten. Eine Notreparatur konnte dies aber verhindern. Schon dafür hatte Nordic Yards den Zuschlag erhalten.

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