Vorder Bollhagen : Lämmer, Kälber und Küken freuen sich auf den Sommer

Die Mutterkühe und ihre Kälber haben viel Platz in den Ställen und auf den Koppeln des Gutshofes in Vorder Bollhagen.  Fotos: toce
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Die Mutterkühe und ihre Kälber haben viel Platz in den Ställen und auf den Koppeln des Gutshofes in Vorder Bollhagen. Fotos: toce

Nicht nur die Tiere, auch den Acker gilt es, in den kommenden Wochen auf dem Gutshof in Vorder Bollhagen zu pflegen

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17. April 2020, 13:54 Uhr

Spätestens nach dem sonnig-warmen Osterwochenende ist klar: Der Frühling ist in vollem Gange. Auch auf dem Gutshof in Vorder Bollhagen wachsen und gedeihen daher nicht nur zahlreiche Pflanzen, sondern auch Kälber, Lämmer und Küken. Die Mitarbeiter sind mit Herzblut bei ihrer Arbeit. Johannes Knechtel ist einer von ihnen. Der Landwirt hilft beim Ackerbau. Sein Spezialgebiet sind aber die Rinder, von denen es auf dem Hof mehr als 200 gibt.

Auf 260 Hektar rund um das Gehöft genießen die Kühe das sonnige Wetter, die kleinsten springen aufgeregt durch das Stroh. „Neben den Muttertieren haben wir noch 130 Kälber, 60 Mastrinder und 30 Zuchtbullen“, zählt Knechtel auf. Das Fleckvieh ist im Betrieb geboren und wird auch dort verarbeitet. „Aus den Tieren produzieren wir nur Fleisch. Wir melken keine Milch ab.“


Hof ist seit 2003 auf Bio-Kurs

Das Markenzeichen des Hofs ist Bio. Der Betrieb existiert schon seit DDR-Zeiten. Das Gut hat eine lange Tradition und gehört heute der Unternehmerfamilie Jagdfeld, die es 1997 kaufte. In der Produktion erfolgte nach und nach ein komplettes Umdenken. „Wir besprühen die Felder nicht mit Chemie, wir halten die Böden düngerfrei, unser Futter ist zu 100 Prozent natürlich. Alle Tiere haben ausreichend Platz. Damit sind auch die Fleischprodukte Bio“, garantiert Hofsprecher Birger Birkholz.

Die Hühner der Rassen Domäne Gold und Silber genießen das gute Wetter, genauso wie Landwirt Johannes Knechtel.
Die Hühner der Rassen Domäne Gold und Silber genießen das gute Wetter, genauso wie Landwirt Johannes Knechtel.
 

Nachdem bei einer Scheune vor zwei Jahren das Dach unter den Schneemassen zusammengebrochen war, wurde es mit 500 000 Euro aus Eigenmitteln neu gebaut. Wie die Halle nun genutzt werden soll, ist noch offen. „Die Teichscheune ist sehr erhaltenswert, deshalb freuen wir uns, sie nun mit neuem Leben zu füllen“, so Birkholz.

Bei den 140 Schwarzkopfschafen herrscht hingegen helle Aufregung, als Knechtel in den Stall kommt. „Die Mütter sind aufgeregt, auf die knapp 80 Lämmer muss man natürlich genau aufpassen“, so Knechtel. Die Tiere haben auf zwölf Hektar Land genug Platz. Zu DDR-Zeiten mussten sich Tausende Schafe die kleinen Ställe teilen. Die Felle der Tiere werden unter anderem zu Decken und Stofftieren verarbeitet.

Nicht nur auf die vielen Jungtiere achten die Tierpfleger. Auch die 500 Hektar Acker müssen gepflegt werden. Sechs landwirtschaftliche Mitarbeiter und zwei Auszubildende betreiben die sogenannte Kulturpflege. Die Saat sei bereits in den Boden eingebracht, nun müssen die Unkräuter beseitigt werden.

„Wir machen alles mechanisch, ohne Spritzen oder Düngen, das bedeutet viel Arbeit“, so Knechtel. Der 27-Jährige arbeitet seit 2011 auf dem Hof. Er schätzt die Nähe zur Natur. „Wir arbeiten täglich mit den Tieren auf eine besonders natürliche Weise. Das ist mir sehr wichtig.“

Hof verkauft ins Adlon nach Berlin

Der Biohof verkauft auch Hühnereier, unter anderem an das exklusive Adlon-Hotel oder den China Club in Berlin. 1400 Hühner stolzieren auf einer Wiese umher. Die Mitarbeiter greifen auf mobile Hühnerställe zurück. „Diese Ställe erweitern die artgerechten Haltungsmöglichkeiten der Hühner und können zum Beispiel den Ausbruch von Krankheiten verhindern, Antibiotika oder Ähnliches kommen nicht zum Einsatz“, so Knechtel.

Als stille Teilhaber an dem bunten Treiben auf dem Hof gilt ein Storchenpaar, das es sich im Nest auf dem Kuhstall bequem gemacht hat.

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