Kürbisse aus Broderstorf : Hokkaidos warten auf den Feldern auf ihre Ernte

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Eine Stiege Hokkaidos, frisch vom Feld, hält Herwig Elgeti in den Händen. Erntehelfer Waldemar Konczak reinigt die roten Kürbisse.
Eine Stiege Hokkaidos, frisch vom Feld, hält Herwig Elgeti in den Händen. Erntehelfer Waldemar Konczak reinigt die roten Kürbisse.

Herwig Elgeti kennt die Sorten auf dem Acker genau. Mit einem besonderen System garantiert er einen schonenden Anbau.

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11. September 2020, 05:00 Uhr

Broderstorf | Es gibt Große und Kleine, Rote und Grüne, Dicke und Geschwungene und "viele mit amerikanischen Namen". So beschreibt Herwig Elgeti aus Broderstorf seine Kürbissorten, die er zur Zeit erntet. Auf einem Hektar Land in der Nähe des Ikendorfer Sandtagebaus liegen die bunten Kugeln in Reih und Glied auf dem Feld und warten auf ihre Abholung.

Tägliche Bestellungen werden geerntet

"Wir ernten vorrangig Hokkaido-Kürbisse. Die sieht man im Discounter am häufigsten, sie sind die beliebtesten Speisekürbisse", sagt Elgeti, während er über das Feld stapft. Zwei Drittel des Feldes sind mit den Suppenkürbissen belegt. Am Donnerstag hat er eine Bestellung von 20 Kisten der blutorangefarbenen Kugeln erhalten. Diese müssen nun gesammelt, geputzt, gewogen und verpackt werden. "Wir verkaufen auch die klassischen Halloween-Kürbisse sowie Butternuts, beide werden im Wachstum erst grün und später orange und braun", erklärt er.

Die reifen und geputzten Hokkaidos strahlen in der Sonne und warten auf ihre Abnehmer.
Toni Cebulla
Die reifen und geputzten Hokkaidos strahlen in der Sonne und warten auf ihre Abnehmer.

Seit Mitte August fährt Herwig Elgeti jeden Tag mit seinem Erntehelfer Waldemar Konczak und einem großen Kühllaster hinaus, um die Kürbisse zu ernten. Rund 6000 Samen hatte der Landwirt im Mai zunächst in Töpfen angezogenund später in das Feld gepflanzt. "Weiter vorne befinden sich die besonderen Zierkürbisse, die alle amerikanische Namen haben. Da gibt es die "Autumn wings" (Herbstflügel), die "Stars and stripes" (Sterne und Streifen), die "Snowballs" (Schneebälle) und die "Sunshines" (Sonnenscheine). Alle sind nach ihrem Aussehen benannt, mache haben kleine Flügel, Streifen, oder sind weiß oder gelb", erklärt der promovierte Landwirt.

Zwei Zierkürbisse im Vergleich.
Toni Cebulla
Zwei Zierkürbisse im Vergleich.

Pflanzen brauchen ausreichend Bewässerung

Seit 20 Jahren baut er auf insgesamt 25 Hektar Land diverse Kulturen wie Kartoffeln, Kohl, Petersilie, Roggen, Hafer, Lupinen an. Seit drei Jahren hat er sich auch den Kürbissen verschrieben, weil er etwas neues ausprobieren wollte, wie er selbst sagt. Er kennt die Sorten und deren Bedürfnisse sehr gut. "Es macht Spaß, die Kürbisse zu bewirtschaften. Wir sind hier komplett auf natürliche Bewässerung durch Regen angewiesen, und jede Sorte hat ein anderes Problemchen, je nach Klima- und Bodenverhältnissen", beschreibt er.

So stehen die Hokkaido- und die Halloween-Kürbisse zur Zeit zwar voll im Saft, aber die Sorte "Roter Zentner" weiter oben auf dem Acker wird ihrem Namen noch nicht gerecht. "Das müsste eher rotes Kilo heißen", scherzt Elgeti über die zu klein gewachsenen Cucurbitas, wie sie im lateinischen heißen.

Als promovierter Landwirt hat Herwig Elgeti immer ein prüfendes Auge auf seine Kürbisse.
Toni Cebulla
Als promovierter Landwirt hat Herwig Elgeti immer ein prüfendes Auge auf seine Kürbisse.

Sommerklima war gut für die Kürbisse

Dennoch bewertet er das Klima in diesem Jahr sehr gut, im Vergleich zu den ersten beiden Jahren. "Trockenheit bekommt keiner Pflanze gut. Es hat relativ viel geregnet, wir sind sehr zufrieden mit der Ernte", so Elgeti.

Ihm liegt der nachhaltige und natürliche Anbau der Pflanzen sehr am Herzen, denn er weiß genau, wie er den Rhythmus der Natur einhalten muss. "Wir haben eine fünfer Fruchtfolge, das heißt, wir wechseln jedes Jahr das Feld, demnach ist der Kürbis nur alle fünf Jahre auf diesem Feld eingesetzt, um ihn vor Schädlingen zu schützen." Wenn die Hokkaidos eingeladen sind, geht es zur Auslieferung an die Händler. Am nächsten morgen geht es dann wieder auf das Feld, wo schon die nächsten Kürbisse warten.

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