Doberaner Münster : Sanierung der Klostermühle beginnt 2020

Der Technikexperte Rudi Jurkschat erklärt der Magdeburgerin Sandra Schneider die Funktionsweise der Mühle.
Der Technikexperte Rudi Jurkschat erklärt der Magdeburgerin Sandra Schneider die Funktionsweise der Mühle.

Bei einer Exklusiv-Führung erhielt ein Magdeburger Ehepaar Einblicke in die Zukunft des geschichtsträchtigen Ortes.

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18. Dezember 2019, 10:00 Uhr

Bad Doberan | Zögerlich blicken die Eheleute Frank und Sandra Schneider durch die Eingangstür der einstigen Klostermühle in Bad Doberan. Sie treten vorsichtig ein und schauen fragend in die vierköpfige Männerrunde, die nur auf sie gewartet hat. Bevor sie etwas sagen können, macht Reinhard Firzlaff einen Schritt auf die Beiden zu. "Möchten Sie zur Führung? Dann sind Sie hier richtig. Sie sind wohl heute bei dem schaurigen Wetter die Einzigen", so der Schatzmeister und ehrenamtliche Museumsführer des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan. Gemeinsam mit Firzlaff und seinen Kollegen Ralf Schulz, Gunter Heilemann und Rudi Jurkschat sind die Urlauber aus Sachsen-Anhalt am vergangenen Sonnabend in den Genuss einer Exklusiv-Führung gekommen.

Sanierung der Klostermühle

Bevor es aber losging, wiesen Gunter Heilemann und Reinhard Firzlaff auf ihr Anliegen hin. "Wir nehmen keinen Eintritt, sondern sammeln als Verein Spenden für die Komplettsanierung der Mühle. Sie soll ein neues Dach bekommen und dann wird hier ein Restaurant entstehen. Auch die Inbetriebnahme der Gewerke Getreidemühle, Bäckerei und Brauerei ist geplant" so die Doberaner. Ein Konzept sei bereits erarbeitet und auch die Zustimmung der Stadt sowie des Bundes lägen vor. Mit dem ersten Bauabschnitt wird im kommenden Jahr begonnen. Umfangreich erklärten die Vereinsmitglieder die geplanten Schritte, die mehr als 14 Millionen Euro in Anspruch nehmen. "Die 160.000 Euro an Spendengeldern fließen auch mit ein, die wir im Laufe der Jahre gesammelt haben", so Heilemann aus dem Vorstand.

Im kommenden Jahr sollen die Sanierungsarbeiten an der Klostermühle beginnen. Dank des Engagements der Vereinsmitglieder Gunter Heilemann (v.l.), Ralf Schulz und Reinhard Firzlaff konnten zusätzlich viele Spenden gesammelt werden.
Anja Engel
Im kommenden Jahr sollen die Sanierungsarbeiten an der Klostermühle beginnen. Dank des Engagements der Vereinsmitglieder Gunter Heilemann (v.l.), Ralf Schulz und Reinhard Firzlaff konnten zusätzlich viele Spenden gesammelt werden.


Blick in die Geschichte

Von der Eingangshalle ging es für die Magdeburger zunächst wieder nach draußen. Gunter Heilemann führte mit der Geschichte der Klosteranlage und über die einstige Nutzung der außergewöhnlichen Wassermühle ein. "Das Besondere an der Mühle ist, dass sich das Mühlenrad innen befindet und der Bach durch das Gebäude führt. So konnte auch im Winter gemahlen werden." Es folgte ein Blick rüber zum einstigen Mar- und Hengststall, die heute als Tourismuszentrale, Wohnanlage und als Verkaufsraum genutzt werden.

Schauvorführung für die Besucher

Im Inneren der Mühle ging es nochmals durch die Geschichte und dann über zum technischen Bereich, durch den Vereinsmitglied Rudi Jurkschat führte. Nach Erläuterungen zur Funktionsweise der Mühle, brachte Ralf Schulz das Mühlenrad zum Laufen.

Vereinsmitglied und Experte für die Technik Rudi Jurschat (l.) zeigt Sandra und Frank Schneider die Endprodukte des Mahlvorganges.
Anja Engel
Vereinsmitglied und Experte für die Technik Rudi Jurschat (l.) zeigt Sandra und Frank Schneider die Endprodukte des Mahlvorganges.


Für die beiden interessierten Besucher ein schönes Schauspiel. Die Anlage ist heute auf dem Stand einer Mühle aus dem 19. Jahrhundert und könnte auch täglich in Betrieb gehen. "Wir haben oft das Problem, dass nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht, aber dafür wird es vielleicht auch eine Lösung geben. Wenn wir einen richtigen Müller finden, so könnten die Doberaner hier ihr frisches Mehl holen", erklärt Firzlaff. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen.

Der Doberaner Ralf Schulz vom Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan hat für die Mühle eine Leidenschaft entwickelt.
Anja Engel
Der Doberaner Ralf Schulz vom Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan hat für die Mühle eine Leidenschaft entwickelt.


Weihnachtsmarkt zum Jahresabschluss

Zum Jahresabschluss wird es am Sonnabend einen Weihnachtsmarkt in der Vogtei geben und die Mühle ist dann von 17 bis 21 Uhr zu besichtigen. "Wir sind zufrieden mit der Besucherzahl von in etwa 3000. Neben den Führungen jeden zweiten Sonnabend im Monat, machen wir auch viele Privatführungen zu Geburtstagen, Weihnachtsfeiern oder Ehemaligentreffen. Auch zu den Klostertagen kommen viele Gäste von überall her", so Firzlaff. Seit 20 Jahren setzt sich der Verein mit seinen über 160 Mitgliedern für den Erhalt der Klosteranlage ein.

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