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Pflegedienst-Skandal : Landkreis Rostock schließt drei Pflege-Heime

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Aufsichtsbehörde lässt „Elisa“-Einrichtungen wegen gravierender Mängel räumen

svz.de von
erstellt am 28.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Die Heimaufsicht des Landkreises Rostock untersagt mit sofortiger Wirkung den Betrieb von drei Pflegeeinrichtungen in Güstrow und Krakow am See. Für die insgesamt 30 Bewohner bestünde erhebliche Gefahr. Das ergab die Auswertung einer Kontrolle in allen drei Einrichtungen am 14. April.

Für die Räumung der Häuser hat der Kreis Fristen gesetzt. Sollte die Betreiberin – nach NNN-Informationen handelt es sich um den Pflegedienst „Elisa“ – dem nicht Folge leisten, sind ihr Zwangsgelder in Höhe von insgesamt 19 000 Euro angedroht. Für jeden neu aufgenommenen Bewohner entgegen der sofort wirksamen Untersagung ist ein Zwangsgeld in Höhe von jeweils 1000 Euro festgesetzt.

Die Heimaufsicht hatte bei ihrer Kontrolle in der Einrichtung in Güstrow festgestellt, dass deren Betrieb nicht ordnungsgemäß angezeigt wurde. Es fehlte qualifiziertes Pflegefachpersonal und die Räumlichkeiten sind für die Pflege und Betreuung der drei dort lebenden, schwerstpflegebedürftigen Menschen nicht geeignet. Medikamente wurden zum Beispiel nicht fachgerecht gelagert, der Brandschutz war nicht gewährleistet und es stand kein Pflegefachpersonal für die Betreuung und Versorgung zur Verfügung. Die Einrichtung ist deshalb bis zum 17. Mai räumen.

In einem Heim in Krakow am See stellte die Aufsichtsbehörde fest, dass dort die gesetzlichen Qualitätsanforderungen an den Betrieb nicht erfüllt wurden. Die Unterbringung der Bewohner sei würdelos. So bestehen gravierende hygienische, pflegefachliche und bauliche Mängel. Ein Aufzug fehlt, sanitäre Einrichtungen sind nicht barrierefrei, Bewohner sind zum Teil in Durchgangszimmern untergebracht. Ein Brandschutzkonzept fehlt. Aus all diesen Gründen könne eine qualitätsgerechte Versorgung nicht gewähr-leistet werden. Zwei Personen waren aufgrund ihres schlechten Zustands bereits während der Kontrollen in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Laut Kreis-Sprecher Michael Fengler bestünde erhebliche Gefahr für die Bewohner, weshalb die Räumung bis zum 3. Juni angeordnet ist.

In der zweiten Einrichtung in Krakow am See stellte die Heimaufsicht des Landkreises Rostock ebenfalls gravierende Mängel fest – unter anderem fehlten Personal und ein Brandschutzkonzept. Die Bewohner wären außerdem nachts eingeschlossen sowie unbewacht und Medikamente wurden nicht sachgerecht aufbewahrt. Die Einrichtung sei deshalb bis zum 23. Mai zu räumen.

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