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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. September 2017 | 14:59 Uhr

Land unter in Rostock

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2011 | 06:30 Uhr

Rostock | Heftige Niederschläge und Sturmböen haben am Freitag in Rostock für überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume und zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Besonders betroffen waren die Stadtteile Warnemünde, Markgrafenheide und Gehlsdorf. Angesichts von Windstärken von 9 und 10 auf der Ostsee konnten zwei Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 4000 Passagieren nicht wie geplant in Warnemünde einlaufen. Als zu gefährlich schätzten die Kapitäne der "Eurodam" und der "Empress" die Lage ein. Der stundenlang anhaltende kräftige Regen weichte vielerorts den Boden auf. Am Warnowtunnels rutschte deshalb die Böschung ab. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mussten mit Sandsäcken den Hang sichern.

In sechs Stunden mehr Regen als sonst im ganzen Monat

Innerhalb weniger Stunden fiel gestern Vormittag mehr Regen als sonst im ganzen Juli. "In sechs Stunden haben wir 65 Liter pro Quadratmeter gemessen", sagt Bärbel Lewerenz von der Warnemünder Wetterwarte. "Das ist rekordverdächtig." Bereist in den 24 Stunden zuvor sei mit 20 Litern für einen Julitag eine beträchtliche Menge Regen gefallen. "Auch die mittlere Windstärke 7 ist hoch", so Lewerenz.

Sturmböen hatten bereits am Morgen Bäume umgeworfen und Äste abgebrochen. Fünfmal rückte die Feuerwehr aus diesem Anlass aus. Am frühen Nachmittag dann spitzte sich die Lage weiter zu. Gegen 14 Uhr zählte die Leitstelle 18 Einsätze - zu viele, um alle gleichzeitig zu bewältigen. "Wie arbeiten jetzt alles so schnell wie möglich nacheinander ab", sagte Matthias Ullrich vom Führungsdienst der Feuerwehr.

Seine Leute und die der Freiwilligen Feuerwehren hatten besonders in Warnemünde und Markgrafenheide mit den Wassermassen zu kämpfen. Als kurz vor 14 Uhr die Freiwilligen Feuerwehr Groß Klein am Kirchenplatz vorfuhr, waren Keller von Wohn- und Geschäftshäusern überflutet. Anwohnerin Claudia Pauli fiel ein Stein vom Herzen, als die Feuerwehrleute mit Pumpen anrückten. "Das Wasser steht im Keller. Es wird immer mehr. Ich bin so froh, dass die Feuerwehr hilft", sagt die junge Mutter und Inhaberin des Cafés Pauli.

Auch in Gehlsdorf sorgten die Regenmengen für zahlreiche Überschwemmungen. So stand am Nachmittag die Pressentinstraße teilweise unter Wasser. Beim Hornschen Hof in Stadtmitte, wo eine 20 Zentimeter dicke Trinkwasserleitung gebrochen war, behinderte der Dauerregen die Reparaturarbeiten von Eurawasser. 200 Rostocker hatten stundenlang kein Leitungswasser. Sie wurden von Eurawasser mit mobilen Wasserautos versorgt. Der Wasserversorger zählte auch beim Zulauf auf Kläranlagen Rekordwerte. Bis 15 Uhr mussten mehr als 60 000 Kubikmeter bewältigt werden - mehr als in den 24 Stunden am Vortag.


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