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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 01:39 Uhr

Schülerticket Rostock : Land soll zahlen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadtelternrat fordert Gesetzesänderung und Ende der Benachteiligung in Rostock / Verwaltung schafft Voraussetzung dafür

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Zoff um das Schülerticket: Jetzt drängt auch Rostocks Stadtelternrat auf eine Beteiligung des Landes an den Kosten. Bislang bezuschusst dieses nur die Beförderung in den Landkreisen, nicht aber in den beiden kreisfreien Städten Rostock und Schwerin. „Wir hoffen, dass das Bildungsministerium endlich tut, wozu es gehalten ist“, sagt Max Raudszus vom Stadtelternrat. Mit der Benachteiligung der Rostocker Schüler müsse Schluss sein, das Schulgesetz geändert werden.

Einen entsprechenden Entwurf hatte die Grünen-Fraktion bereits im September 2013 in den Landtag eingebracht. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) machte anschließend allerdings eine Rostocker Satzung zu den Einzugsbereichen der 48 kommunalen Schulen zur Grundvoraussetzung für Landeszuschüsse. Sie soll als Berechnungsgrundlage für die Höhe der Unterstützung dienen. Diese Satzung hat die Verwaltung der Hansestadt jetzt vorgelegt. „Unser wichtigstes Anliegen ist es, die Wahlfreiheit der Eltern zu erhalten“, sagt Schulsenator Steffen Bockhahn (Linke). Deshalb sei ganz Rostock zu einem einzigen Einzugsbereich zusammengefasst worden. Das heißt, so Bockhahn: „Eltern aus Stadtmitte können ihr Kind auch weiterhin auf eine Schule in Warnemünde schicken und andersherum.“ Das sei auch deshalb sinnvoll, weil das Profil der kommunalen Schulen sich deutlich voneinander unterscheide. So gebe es beispielsweise musikorientierte, aber auch naturwissenschaftlich ausgerichtete Bildungseinrichtungen.

Folgt die Landesregierung der aktuellen Praxis in den Landkreisen, könnten bezogen auf das laufende Schuljahr fast 3000 Rostocker Schüler Ansprüche auf Beförderungszuschüsse geltend machen. Das hat eine Analyse der Stadtverwaltung ergeben. Anspruchsberechtigt ist in den Landkreisen, wer als Schüler bis zur vierten Klasse mehr als zwei Kilometer und ab der fünften Klasse mehr als vier Kilometer zurücklegen muss. Bei Schülern im Berufsgrundbildungsjahr, Berufsvorbereitungsjahr sowie teilweise der Berufsfachschulen sind es mehr als sechs Kilometer.

„Das gibt es kaum woanders, dass Schüler so viel zahlen müssen wie in Rostock“, sagt Evelyn Koch (Graue), Mitglied des Schulausschusses. Ausschusskollege Christian Reinke (SPD) stimmt zwar zu, warnt aber zugleich, das Ministerium könne durch die Festlegung der ganzen Stadt als ein Einzugsbereich gereizt reagieren: „Wir müssen nicht um den heißen Brei herumreden, das verursacht Mehrkosten.“ Der Gesetzesentwurf der Grünen war gescheitert, eine neue Vorlage gibt es noch nicht.

 

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