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22. November 2017 | 00:26 Uhr

Wald-Aufforstung : Land bleibt hinter Zielen zurück

vom

Bei der Aufforstung des Waldes bleibt das Land hinter seinen selbst erklärten Zielen zurück. So ist die Zahl der Baumpflanzungen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Geld für Pflanzung neuer Bäume gestrichen.

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2012 | 09:34 Uhr

Schwerin | Bei der Aufforstung des Waldes bleibt das Land hinter seinen selbst erklärten Zielen zurück. So ist die Zahl der Baumpflanzungen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, wie Zahlen aus dem Forstbericht des Landes belegen.

Während die Waldmehrung demnach im Jahr 2006 noch 600 Hektar betrug, waren es 2010 nur noch 269 Hektar. Der Waldverlust, beispielsweise durch Verkehrsprojekte, ist im gleichen Zeitraum dagegen auf 65 Hek tar gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt. Fazit: Gab es 2006 noch einen positiven Überschuss zwischen Waldverlust und Waldmehrung von 569 Hektar, war es im vergangenen Jahr nur noch ein mageres Plus von 159 Hektar.

Angesichts dieser Zahlen ist fraglich, wie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sein Vorhaben umsetzen will, die Aufforstung zu steigern. So hatte er im Juni 2011 angekündigt, es sei ein "Ziel erster Güte", dass langfristig 30 Prozent des Landes mit Wald bewachsen sein sollen. Derzeit sind es 23,3 Prozent - im Bundesvergleich ein unterdurchschnittlicher Wert.

Hinzu kommt: Zugunsten des Agrarinvestitonsförderprogramms (AFP) hat das Landwirtschaftsministerium nun auch noch EU-Mittel für die Aufforstung gestrichen. Die sogenannten Eler-Mittel, die in dieser Förderperiode für Erstaufforstungen für die Landesforstanstalt geplant waren, seien nicht abgerufen worden, begründete ein Ministeriumssprecher die Umschichtung. Auch bei den Waldumweltmaßnahmen seien die Mittel nicht wie prognostiziert beantragt worden. Das frei gewordene Geld ist deshalb der Fondsverwaltung zur Verfügung gestellt worden, wie der Sprecher weiter mitteilte. Insgesamt sei das Interesse an Erstaufforstungen durch die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren gesunken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert den Richtungswechsel bei der Förderung als falsches Sig nal. Mit dem AFP würden vor allem große Tierhaltungsanlagen finanziert, die den Wald durch ihren Schadstoffausstoß auch noch schädigten, sagte BUND-Geschäftsführerin Corinna Cwielag. Zudem reiche die Mittelumschichtung allenfalls aus, um die Alt anträge für industrielle Tierproduktionsanlagen zu finanzieren. Dass diese weiter gefördert werden sollen, sei skandalös, so Cwielag.

Anlässlich des "Tags des Baumes" am 25. April ist heute in Greifswald eine landesweite Veranstaltung geplant. Der Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten startet zeitgleich die Kampagne "Kinderbaum - Baumkinder". Gesucht werden Kitas, die sich zusammenschließen, um in dieser Woche den Baum des Jahres 2012, die Europäische Lärche, zu pflanzen.

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