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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. August 2017 | 00:15 Uhr

Rostock : Kurswechsel im Volkstheater

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sewan Latchinian präsentiert das Programm für die erste Spielzeit seiner Intendanz und kündigt zahlreiche Veränderungen an

Das richtige Angebot, die richtige Qualität und der richtige Kontext – das sind die Zutaten, mit denen der künftige Intendant Sewan Latchinian das Rostocker Volkstheater auf Kurs bringen will. Was genau er sich darunter vorstellt, das verkündete er gestern bei der Präsentation seiner ersten Spielzeit in der Hansestadt, der 120. des Volkstheaters übrigens.

Eine ganze Reihe Neuerungen bringt der Noch-Intendant der Neuen Bühne Senftenberg und künftige Rostocker Theater-Chef mit. So wird es zwei neue Sparten geben – die noch keine sind, weil sie vorerst aus dem Gäste-Etat bestritten werden. Aber mit dem Puppenspiel unter Karl Huck, Leiter der Seebühne Hiddensee, und der Bürgerbühne unter der Leitung von Tobias Rausch soll das Angebot breiter aufgestellt werden. Gerade Letztere soll eine Brücke zwischen Theater und Stadt schlagen.

Den Auftakt seiner ersten Spielzeit in Rostock will Latchinian mit einem Eröffnungsspektakel feiern. „1. Stapellauf – Neubeginn“ soll den Beginn einer dann jährlich stattfindenden Reihe markieren. „Eine Neuverabredung zum Theater als Fest zum Feiern, Essen und Reden“ soll es sein, sagt Latchinian. Geplant ist ein Programm von 16 Uhr bis in die Nacht hinein mit drei Premieren, Speis und Trank.

Mehr als 50 Neuproduktionen sind in den vier Sparten Konzert, Musiktheater, Schauspiel und Tanz geplant. Dabei setzt der neue Intendant auf Spartenübergreifendes. Er verspricht: „Es wird keine Abstriche geben, in keiner Sparte.“ Die Vakanz auf dem Posten des Generalmusikdirektors will er für eine Spielzeit mit dem neuen Chefdramaturgen Musiktheater/Konzert Michael Mund sowie Hans-Michael Westphal als Orchesterdirektor überbrücken.

Was die Norddeutsche Philharmonie anbelangt, erklärte Latchinian, dass er weder bereit sei, einer Herunterstufung des Orchesters von A auf B noch einer Verkleinerung zuzustimmen. Vor allem vor dem Hintergrund des kürzlich veröffentlichten Actori-Gutachtens dürfte dies als klares Bekenntnis zur Philharmonie zu verstehen sein. Demnächst sollen mit den Musikern Verhandlungen über einen Haustarif geführt werden, wie der kaufmännische Geschäftsführer Stefan Rosinski kürzlich ankündigte.

Elf neue Schauspieler kommen ins Ensemble, darunter Störtebeker-Darsteller Sascha Gluth. Ebenfalls neu ist das Raumkonzept im Großen Haus. Nach der Schließung des Theaters im Stadthafen will Latchinian hier mehrere neue Spielorte etablieren, denen er maritime Namen gegeben hat. So wird der Ballettsaal zum Bug, hinter dem Eisernen Vorhang liegt der Maschinenraum.

Mit den neuen Angeboten will Latchinian die Rostocker „verführen“, wie er sagt. Denn: „Ein Theater, das ein gutes Image hat, ist schwerer schließbar.“

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erstellt am 01.Apr.2014 | 10:00 Uhr

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