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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 14:10 Uhr

Kunsthalle: Treppen unüberwindbar

vom

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2013 | 10:20 Uhr

Reutershagen | Noch bis zum 5. Mai ist in der Kunsthalle die Ausstellung "Andere Augen" zu sehen. Diese zeigt exemplarisch, welche Probleme und Möglichkeiten Menschen mit einem Handicap in Beruf und Gesellschaft haben. Doch nicht nur die Exponate machen das sichtbar, sondern auch die Kunsthalle selbst. Denn im gesamten Haus gibt es Barrieren, die es gehbehinderten Menschen und Familien mit Kinderwagen unmöglich machen, sich frei und ohne Hilfe zu bewegen.

Seit Jahren kritisiert der Rostocker Dr. Roland Busch den Zustand in der Kunsthalle und musste sich in der Vergangenheit immer wieder anhören, dass für Umbaumaßnahmen das Geld fehle. Nun scheint es, als ob Bewegung in die Sache kommt. Nico Seefeldt, der Sprecher des Kommunalen Eigenbetriebs für Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE), sagt: "Nachdem bereits mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II eine umfassende energetische Sanierung sowie eine Dacherneuerung an der Kunsthalle Rostock umgesetzt worden sind, werden derzeit Planungen für die komplette Innensanierung erstellt." Dabei stehe die barrierefreie Erschließung des Komplexes inklusive dem Einbau eines Fahrstuhls im Fokus. Darüber hinaus soll auch das Raumkonzept überarbeitet und die Heizung, Lüftung und Elektro-Anlage erneuert werden.

Für Busch sind das erfreuliche Nachrichten: "Ich warte seit Jahren darauf, dass etwas geschieht. Jeder sollte die Möglichkeit haben, die Kunsthalle zu besuchen." Da seine Tochter auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat Busch einen besonders kritischen Blick auf das Thema und setzt sich für den Abbau der Barrieren ein. "Ich habe bereits mit Dr. Uwe Neumann, dem Leiter der Kunsthalle, über die Probleme gesprochen. Auch er bedauert den Zustand sehr", so Busch. Am Ende fehle immer das Geld. Auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hat in der Vergangenheit Post von Busch bekommen, in der er auf den Missstand aufmerksam machte. Antwort bekam er schließlich von der Behindertenbeauftragten der Stadt, Petra Kröger. "Wir sind seither in regelmäßigem Kontakt", so Busch.

Wann die Kunsthalle am Ende wirklich endgültig barrierefrei ist und es allen Menschen ermöglicht, sie zu besuchen, sei momentan noch offen. "Die Fertigstellung der ersten Planungsunterlagen ist noch in diesem Halbjahr zu erwarten, sodass die Maßnahme in den kommenden Wirtschaftsplan eingestellt werden kann", so Seefeldt. Kröger konkretisiert diese Aussage: Mit dem Einbau des Aufzugs sei erst 2015 zu rechnen. Erst dann möchte auch Busch wieder in die Kunsthalle gehen.

Aussagen dazu, was die komplette Innensanierung der Kunsthalle kosten wird und ob das Vorhaben dazu in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt wird, können Seefeldt zufolge erst mit der Fertigstellung aller Planungen getroffen werden.

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