Kulturerbe soll allen zugänglich sein

Von der Zettelsammlung zum digitalen Archiv: Dr. Christoph Schmitt vom Institut für Volkskunde  ist Gesamtprojektleiter von 'Wossidia'  und  referiert am Donnerstag über die Vorteile der Digitalisierung. sophie pawelke
Von der Zettelsammlung zum digitalen Archiv: Dr. Christoph Schmitt vom Institut für Volkskunde ist Gesamtprojektleiter von "Wossidia" und referiert am Donnerstag über die Vorteile der Digitalisierung. sophie pawelke

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25. September 2012, 11:37 Uhr

Rostock | Kulturerbe für die Nachwelt zu bewahren, das ist längst eine Selbstverständlichkeit für Kommunen, Städte und Länder. Doch es auch für die weltweite Forschung und andere Interessierte digital zugänglich zu machen, das ist heute noch eine Seltenheit. In Rostock kommen ab morgen Kulturwissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen, um beim Symposium "Corpora Ethnographica Online" über die Herausforderungen bei der Digitalisierung von Sammlungen zu diskutieren. Bis Freitag stellen die Fachleute ihre Projekte vor.

Die Uni Rostock nimmt bei der Digitalisierung von Archiven eine Vorreiter rolle ein. Im Projekt "Wossidia" arbeiten Rostocker Wissenschaftler verschiedener Disziplinen daran, die handschriftliche Sammlung des Volkskundlers Richard Wossidlo zu einer Online-Ressource zu überführen. "Archive weisen in der Regel sehr eigenwillige Strukturen auf", erläutert Dr. Christoph Schmitt, Gesamtprojektleiter von "Wossidia". Genau das sei auch die Schwierigkeit bei der Digitalisierung. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik und der Universitätsbibliothek gelang es dem Institut für Volkskunde, diese Herausforderung zu bewältigen. "Voraussichtlich ist das digitale Archiv im September 2013 online verfügbar", sagt Schmitt. Aktuell würde noch an der Oberfläche gearbeitet. Doch das digitale Archiv werde auch danach immer weiter wachsen. In diesem Zusammenhang sind auch Folgeprojekte geplant. Bei dem Symposium können die Funktionen des neuen Online-Archivs jedoch schon vorgestellt werden. Am Donnerstag um 15.30 Uhr referiert Schmitt im Konrad-Zuse-Haus des Institutes für Informatik über dieses Projekt. An den anderen Tagen erwartet die Symposiums-Teilnehmer viele weitere interessante Vorträge zum Thema. Ganz besonders freut sich Schmitt auf den morgigen Vortrag zweier Australier um 19 Uhr im Rathaus. Dr. Philip Batty und Jason Gibson versuchen einen besonders wertvollen Aborigines-Nachlass, der momentan auf etwa 30 Institutionen verteilt ist, online zusammenzufügen und als ganzes Archiv zugänglich zu machen. Der Vortrag findet zwar auf Englisch statt, ist aber dank vieler Filmsequenzen und anderem Anschauungsmaterial gut verständlich, verspricht Schmitt.

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