Rostock : Kulturamt belebt Gedenken an Matrosen

Für die Rostocker Studentin Carolin Deutsch  gehören die „Revolutionären Matrosen“ von Reinhard Dietrich und Wolfgang Eckardt zum Stadtbild und sollten als Denkmal auf jeden Fall erhalten werden.
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Für die Rostocker Studentin Carolin Deutsch gehören die „Revolutionären Matrosen“ von Reinhard Dietrich und Wolfgang Eckardt zum Stadtbild und sollten als Denkmal auf jeden Fall erhalten werden.

Figuren und Sockel am Stadthafen werden saniert / Einbindung in Erlebnismeile / „Undine“ könnte folgen

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12. März 2015, 11:45 Uhr

Das Matrosendenkmal am Stadthafen wird saniert. Ein Rostocker Büro hat vier Varianten dafür erarbeitet, wie das Denkmal für die revolutionären Matrosen vom Anfang des 20. Jahrhunderts aussehen könnte.

„Es ist ein Kunstobjekt, das einfach zum Stadtteil gehört“, sagt Kulturamtsleiterin Michaela Selling, die heute für das Denkmal zuständig ist, „aber wir müssen etwas machen“. Denn: Schon Ende 2012 war dem Denkmal beeinträchtigte Standsicherheit attestiert worden, Hohlräume hatten sich darin gebildet. Die Sanierungsoptionen hat das Rostocker Büro Montra GmbH Bauplanung entwickelt. Die erste sieht vor, die großen Räume innen wieder begehbar zu machen. Nach der Wende fanden im Denkmal noch offiziell Konzerte und Workshops statt, später stiegen Jugendliche dort unerlaubt ein. Doch den Sockel wieder so weit herzustellen, sei zu aufwändig und teuer, sagt Selling. 800 000 Euro würde die reine Instandsetzung kosten und 1,1 Millionen mit Heizung und Technik, was die letzte Variante vorsieht. Die zweite hingegen: Die Hohlräume einfach verfüllen und zum Teil zurückzubauen. Kostenpunkt: 550 000 Euro.

Die Kulturamtsleiterin empfiehlt, das Matrosendenkmal nicht nur als Kunstobjekt zu denken, sondern als Teil der Erlebnismeile Stadthafen. Die soll in den nächsten Jahren zwischen Neptun-Werft und Silohalbinsel entstehen. „Der ganze Uferbereich am Denkmal wird neu gestaltet“, sagt Selling – mit Bänken, Verweilflächen für Picknicker und Angler. Und so favorisiert sie die dritte Variante für die Matrosen: Die Statue würde auf einen neuen Sockel gestellt, das Relief abgenommen und entweder längs oder quer angebracht. So bekäme der Uferweg unterhalb der Statue, der auch verbreitert und behindertengerecht wird, einen besonderen Schmuck. Informationstafeln sollen zu Künstlern und Historie des Denkmals berichten. Kostenpunkt: 265 000 Euro

„Die beste und preiswerteste Variante“, sagt Anette Niemeyer (Aufbruch 09) vom Ortsbeirat Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Dem Beirat wurden die Varianten gestern vorgestellt. Ein Bonus obendrauf: Der Rumpf der „Undine“ könnte unterhalb des Denkmals liegen. Die Stadt visiert den Standort als einen möglichen nebst der Hellingstraße an. Er wäre auch die favorisierte Lösung von Selling und dem Freundeskreis maritimes Erbe als Eigner. Planungen werden im April erwartet.

Welche Variante für die Matrosen umgesetzt wird, wird in der Ämterrunde debattiert.

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