Hugendubel : Kultur des Nachts im Buchladen

Eine Feier soll die Lange Nacht der Bücher werden – so hat Hugendubel-Chef Florian Rieger es auch konzipiert.
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Eine Feier soll die Lange Nacht der Bücher werden – so hat Hugendubel-Chef Florian Rieger es auch konzipiert.

Event am 24. April mit literarischen Empfehlungen, Band und Whiskey-Verkostungen. Wohnzimmeridyll, das es virtuell nicht gibt.

svz.de von
10. April 2015, 14:00 Uhr

„Was ist eine Buchhandlung eigentlich heute?“, wirft Florian Rieger, Chef vom Rostocker Hugendubel, eine Grundsatzfrage für den deutschen Buchhandel auf. „Heute“ heißt dabei „heute“, da eigentlich alles online, im Internet, zu kriegen ist. Aber eben nur eigentlich alles, denn „eine Buchhandlung verkauft nicht nur Bücher“, sagt Rieger, „sondern ist auch ein Wohnzimmer“. Dieses Wohnzimmergefühl gibt es nicht virtuell. Aber es lässt sich real auf die Spitze treiben, zur Feier kultivieren. Und das machen Rieger und seine Mitarbeiter – einmal im Jahr bei der Langen Nacht der Bücher.

In diesem Jahr findet sie am 24. April im Geschäft in der Kröpeliner Straße 41 statt – von 20 bis 24 Uhr. Hugendubel soll Ort des kulturellen Austauschs werden, ein Raum auch für Buchkunst wie Buchbinden und -drucken und Raum für Literaturliebhaber, für Köstliches wie Kaffee und Whiskey und für Musik. Rieger und Co haben erneut besondere Menschen für ein besonderes Programm gewinnen können – auf 1500 Quadratmetern über drei Etagen inmitten von Romanen, Kinderbüchern, Bildbänden, Fantasy, Kochbüchern oder Sprachführern. Da darf eines nicht fehlen: Buchtipps. Die kommen von Verlagsvertretern.

„Die Devise: keine Bestseller, sondern das, was Ihnen Spaß macht“, sagt Rieger. Fridtjof Melms, Vertriebsleiter von Hinstorff, Ute König von Ullstein Buchverlage, Vera Grambow von den Berliner Verlagsvertretungen und der ehemalige Kulturchef des NDR Ernst-Jürgen Walberg erzählen, welche Literatur ihnen Vergnügen bereitet. Ein Geschoss drüber zeigen Vertreter des Stralsunder Mückenschwein Verlages das Buchbinden.

Mittendrin im bunten Treiben: Johannes Lampen vom Gut Vorder Bollhagen. „Lampen, Lampen, wer war das noch?“, werden einige denken. „Das ist der Mann, der für seine Hühner Wohnwagen aufgestellt hat“, sagt Rieger. „200 Hühner wohnen in einer WG“ – und sie ziehen immer da hin, wo das Gras saftig und die Käfer knackig sind. Lampen spricht über den ökologischen Landbau.

Langweilig wird der Abend bei Hugendubel sicher nicht – und auch für die Mitarbeiter intensiv. „Keiner hat frei“, sagt Rieger. Alle stemmen die Lange Nacht und damit auch einen langen Arbeitstag gemeinsam. „Aber es lohnt sich“, sagt Rieger – immer wieder. Das Signal geben auch die Mitarbeiter. „Man sieht, wozu so ein Haus in der Lage ist. Die Leute freuen sich drauf und wir uns auch.“

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