Kündigungen in der Jugendhilfe

RFZ-Leiter Frank Lüttgerding Foto: Archiv
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RFZ-Leiter Frank Lüttgerding Foto: Archiv

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21. Januar 2013, 08:30 Uhr

Rostock | Jugend- und Sozialhilfe in Not: Nachdem die Stadt angekündigt hat, ihre Zuschüsse in diesem Jahr um rund 570 000 Euro kürzen zu wollen, haben die ersten Träger nun Kündigungen ausgesprochen.

Betroffen ist unter anderem das Rostocker Freizeitzentrum (RFZ) in der Kuphalstraße. Dessen Leiter Frank Lüttgerding musste aufgrund der drohenden Kürzungen am Freitag eine Mitarbeiterin entlassen. Sie hatte einen Vertrag über 40 Stunden, was zwölf Prozent der Arbeitsleistung im ganzen RFZ betrifft. Dadurch muss wahrscheinlich das so genannte sozialräumliche Angebot gekürzt werden, also die Arbeit, die konkret in den Stadtteilen wie Reutershagen oder dem Hansaviertel geleistet wird - zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den Schulen. Auf dem Prüfstand stehen jetzt aber auch die Öffnungszeiten im RFZ. Zudem sieht das Haushaltssicherungskonzept für 2014 eine weitere Kürzungsrunde vor. Dann will die Stadt noch einmal 260 000 Euro bei den Stadtteil- und Begegnungszentren einsparen. Für das RFZ würde das noch mal rund 30 000 bis 35 000 Euro weniger bedeuten. Eines sei, so Lüttgerding, schon jetzt klar: Das würde wieder Einschnitte beim Personal bedeuten. "Die Sachkosten kann ich nicht weiter drücken. Heizen muss ich ja", sagt Lüttgerding. Er befürchtet auch Auswirkungen auf den ehrenamtlichen Bereich, denn die Helfer müssen betreut und angeleitet werden - und das fällt mit immer weniger Mitarbeitern immer schwerer.

"Auch über uns schwebt das Damoklesschwert der Kürzung", sagt Christina Grau vom Verein Charisma. Sie müsste zwei Kurse zur Unterstützung von Eltern streichen, wenn die Stadt die Kürzung umsetzt. "Es ist fraglich, wie wir unsere Arbeit dann fortsetzen sollen", so Grau. Selbst Streichungen bei anderen Trägern würden sich indirekt auf den eigenen Verein auswirken: "Es betrifft uns auch, wenn unsere Kooperationspartner keine Ressourcen mehr haben - die Familienbildung ist auf ein Netzwerk angewiesen."

Die Verwaltung will sich derzeit noch nicht zu den vorgesehenen Einsparungen äußern. Sie befinde sich noch in der Abstimmung mit den Gremien und rechne erst nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 5. Februar mit verwertbaren Ergebnissen.

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