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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 23:56 Uhr

Kunsthalle Rostock : „Kuba libre“ ist jetzt Kunst

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ein Hauch Karibik in der Hansestadt: Gruppenausstellung zeigt 221 Arbeiten aus drei Generationen

von
erstellt am 04.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Amerikanische Cola gepaart mit kubanischem Rum, eine handvoll Eiswürfel, dazu einige Limettenviertel – „Kuba libre“ ist seit gestern nicht mehr nur ein Getränk, sondern auch der Titel der neuen Gruppenausstellung in der Rostocker Kunsthalle.

Der Titel wurde nicht zufällig gewählt: Kuba befindet sich im Umbruch. Nach dem Ende des 54-jährigen diplomatischen Streits zwischen den USA und Kuba blicken viele Inselbewohner mit Ungewissheit in die Zukunft. Eine große Rolle innerhalb des Diskurses spiele die Kunst, sagt Tereza Arruda, Kuratorin der Ausstellung. „Kunst ist eine Möglichkeit zu verstehen, was gerade in Kuba passiert. In den Arbeiten, die wir hier zeigen, treffen die Künstler Spekulationen über die Zukunft, zeigen aber auch, wie die Vergangenheit das Land geformt hat.“

Insgesamt 63 Künstler positionieren sich in 221 Arbeiten zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen in Kuba – manchmal ironisch und kritisch, manchmal sinnlich, poetisch oder auch geheimnisvoll. Ihre Gemeinsamkeit: Sie sind alle auf Kuba fest verwurzelt. „Die Künstler sind die Protagonisten, die Vermittler des Kontextes“, betont auch Nelson Ramirez de Arellano Conde, der unter anderem mit Ausschnitten aus der Hotel Habana-Serie in der Ausstellung vertreten ist. Durch eine Überlagerung verschiedener Aufnahmen aus unterschiedlichen Jahren wird die Veränderung des immer gleichen Ortes dargestellt: das Hotel Habana in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

Neben Fotografien werden in „Kuba libre“ auch Installationen, Malerei, Objekte und Performance präsentiert. Ergänzt werden die zeitgenössischen Positionen durch Werke aus der Sammlung von Fototeca und Taller de Grafica. In der Druckwerkstatt Taller de Grafica ist der Künstler Octavio Irving Hernandes Jimenez zu Hause. Für die Kunsthalle hat er in den vergangenen Tagen Werke aus der Ausstellung nachgedruckt. „Die Druckgrafik ist in Kuba sehr beliebt, weil sie Vielfalt garantiert, Serienproduktionen ermöglicht, zudem mit niedrigen Produktionskosten auskommt“, erklärt Tereza Arruda. „Für ihre Produktion müssen die Künstler bei uns nichts zahlen. Sie geben uns drei ihrer Drucke, die wir verkaufen können. So können wir uns finanzieren“, erklärt Jimenez das Konzept.

„Kuba libre“ ist die zweite Ausstellung in der Kunsthalle, die sich mit dem Inselstaat befasst. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). „Die letzte kubanische Ausstellung war 1988 in Rostock“, sagt Dr. Uwe Neumann, Leiter der Kunsthalle. Für die aktuelle Schau spiele die politische und kulturelle Beziehung zwischen Kuba und der ehemaligen DDR eine Rolle, da Kuba 1960 das erste lateinamerikanische Land war, das die DDR völkerrechtlich anerkannte. „Die Positionen aus dem jetzigen Kuba sind für uns interessant, weil wir selber eine Umbruchzeit erlebt haben. Wir haben auch erlebt, was dieser Umbruch mit der Kunst gemacht hat“, so Neumann.

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