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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 10:36 Uhr

Rostock : KTV zu gefährlich für ein Parkhaus?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ministerium erteilt Projekt der Wiro nach neuer Sicherheitsprüfung Absage / Sorge wegen gewaltbereiter Fußballfans und Linksextremen

Das Parkhaus, das die Wiro direkt neben dem neuen Polizeizentrum an der Waldemarstraße errichten wollte, wird es nicht geben. Das Innenministerium hat dem Projekt eine Absage erteilt. Begründung: zu gefährlich.

Wiro und Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) sind enttäuscht. Das Parkhaus hätte den Druck im Viertel etwas abfedern können, so Beiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09). „Ich bin davon ausgegangen, dass das sicherheitsmäßig im Vorfeld geklärt wurde“, sagt sie. Wiro und der für den Polizei-Bau zuständige landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) hatten sich lange beraten. Der BBL begann zu prüfen, doch das Ministerium entscheidet.

Die sicherheitsrelevanten Aspekte seien „unter Berücksichtigung der aktuellen Kriminalitäts- und Gefahrenlage durch die Landespolizei neu bewertet worden, insbesondere vor dem Hintergrund häufiger Ausschreitungen der gewaltbereiten Fußballszene sowie der linksextremistischen Szene“, so Ministeriumssprecherin Marion Schlender. Das Parkhaus würde Möglichkeiten bieten, „Straftaten gegen Polizeibedienstete, Führungs- und Einsatzmittel oder das Polizeigebäude von diesem Parkhaus aus oder aus der Deckung des neu zu errichtenden Parkhauses zu begehen“, so Schlender weiter.

Die Begründung sei ihr so nicht zugegangen, sagt Anette Niemeyer, die die Einschätzung des Ministeriums unkommentiert lassen möchte. Hinsichtlich der Parksituation sagt sie: „Ich finde es nicht nachvollziehbar, dass eine Landeseinrichtung sich nicht mit den Gegebenheiten im Stadtteil beschäftigt.“ Der Parkdruck sei enorm, so Wiro-Sprecher Carsten Klehn. „Deshalb sollten auf dem Gelände circa 270 neue Stellplätze entstehen.“ Das Parkhaus sollte für alle sein, nur ein Teil für die Mitarbeiter des Reviers reserviert sein, so Klehn.

Jetzt bleibt es bei der Ursprungsplanung des BBL. Die Polizei hat 162 Stellplätze auf dem Gelände, 89 auf der Fläche an der Waldemarstraße. 450 Menschen werden im Zentrum arbeiten. Im Mai ist technische Übergabe, bis August sollen alle Kollegen eingezogen sein. Niemeyer befürchtet, dass die 162 Plätze nicht ausreichen, auch wenn sie der Nachweispflicht entsprechen.

Um dem Druck entgegenzuwirken, hat die Wiro ein weiteres Projekt in der Schwebe. Sie will die Akzeptanz für gebührenpflichtige Parkplätze auf dem Werftdreieck testen und zwischen Max-Eyth-Straße und Gleisanlagen vorübergehend einen Parkplatz mit rund 90 Plätzen bauen. Interessant sei, ob Einwohner diese nutzen, auch wenn sie dort nicht direkt wohnen, so Klehn. Die Vorprüfung durch die Verwaltung läuft. Sechs Monate danach könnte der Parkplatz entstehen.

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