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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 10:22 Uhr

Stadtpolitik : KTV: Stoppt die Betonierung!

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ortsbeirat beantragt bei der Bürgerschaft eine Vorgartensatzung, damit das Grün bleibt. Vorbild ist Regelung für das Thünenviertel.

svz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 19:45 Uhr

Das Grün in der Stadt schwindet – zumindest vor den Häusern. Aus Vorgärten wird Beton. Der Ortsbeirat will das stoppen und für sein Viertel eine Vorgartensatzung, die den Erhalt des historischen Grüns im Stadtteil regelt. Dafür haben sie jüngst einen Antrag an die Bürgerschaft gestellt.

„Ein Vorbild könnte die Vorgartensatzung für das Thünenviertel sein“, sagt Ortsbeiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch09). Ralph Maronde vom Stadtentwicklungsamt und seine Kollegen hatten die nach aufwändiger und drei Jahre langer Arbeit als erste Vorgartensatzung in Rostock fertiggestellt. „Wir haben uns angesehen, was dort historisch, aber auch was heute typisch ist und das Gebiet prägt“, sagt der Sachgebietsleiter, zudem wurden Fotos gesichtet und Pläne gesucht – neben der normalen Arbeit für Bebauungsplanung und Bauvorhaben. Auf der erarbeiteten Grundlage und mit Anregungen des Ortsbeirates Hansaviertel entstand die Satzung. „Der städtebauliche Wert soll damit erhalten werden“, sagt Maronde.

Anette Niemeyer und ihre Kollegen stellen sich das für die KTV ähnlich vor. Sie wollen Regelungen zu Fahrradstellplätzen (denn der Bedarf sei groß), zur ansprechenderen Unterbringung von Abfallbehältern und Möglichkeiten für Außengastronomie und Gewerbe. „Die Satzung soll ja nicht die wirtschaftliche Entwicklung behindern“, sagt Niemeyer. Für das Arbeiterviertel waren kleine Läden immer typisch.

Ein Problem: „Anders als das kleine, überschaubare Thünenviertel ist die KTV sehr heterogen“, sagt Maronde, Straßenzüge sind mitunter völlig unterschiedlich gestaltet.

In seinem Antrag an die Bürgerschaft hat der Ortsbeirat KTV schon Teilbereiche eingegrenzt: Für das Gebiet zwischen Doberaner Straße, Margareten-, Ulmen- und Maßmannstraße sowie für den Patriotischen Weg soll eine Satzung entstehen und mit zweiter Priorität für den Bereich zwischen Ulmen-, Parkstraße und Straßenbahnschienen. Regelungen zu Heckenhöhe und Bepflanzungsart sind dem Ortsbeirat weniger wichtig, es geht darum, dass das Grün nicht weiter schwindet. In der Doberaner Straße reihte sich einst Vorgarten an Vorgarten. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. „Vorgärten sind Teil unserer Baukultur“, sagt Niemeyer, „die Struktur soll für die, die nach uns kommen, bewahrt werden. Sonst gibt es irgendwann keine Vorgärten mehr“.

Solche Satzungen bieten einen weiteren Vorteil: Bisher hat sich die Stadt vor der Veräußerung der oftmals städtischen Vorgärten gesperrt. Über privatrechtliche Verträge müsste jeweils deren Gestaltung danach geregelt werden und die Umsetzung kontrollieren. Die Satzung kann das ersetzen und die nötige Verbindlichkeit schaffen.

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