KTV bleibt jüngster Stadtteil

<strong>Die meisten Neugeborenen</strong> gibt es, wo  die meisten Ledigen wohnen: in der KTV. <fotos>Fotos: dpa</fotos>
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Die meisten Neugeborenen gibt es, wo die meisten Ledigen wohnen: in der KTV. Fotos: dpa

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05. Juli 2012, 10:23 Uhr

rostock | Nach Jahren der starken Abwanderung boomen die Plattenbau-Stadtteile wie Toitenwinkel, Evershagen oder Lütten Klein wieder. Dass Rostock wächst, liegt vor allem am Bevölkerungszuwachs in eben jenen, lange Jahre unattraktiven Stadtteilen, welche hauptsächlich in den 1980er-Jahren gebaut wurden. Gestern stellte die Kommunale Statistikstelle der Hansestadt Rostock ihren Jahresbericht 2011 vor, in dem viele Aspekte der Bevölkerungsentwicklung in den unterschiedlichen Stadtbereichen umfassend beleuchtet werden.

Wachstum: Seit 2000 wachsen besonders die Bereiche Brinckmansdorf, Kröpeliner-Tor-Vorstadt und Stadtmitte. Hier hat sich die Einwohnerzahl in den vergangenen zwölf Jahren um ein Viertel vergrößert. Im zurückliegenden Jahr erfuhr dagegen Toitenwinkel den größten Zuwachs. Mittlerweile hat der Stadtteil beinahe wieder den Einwohnerstand erreicht, den er im Jahr 2005 hatte.

Umzüge: Den größten Bevölkerungsaustausch erleben die Stadtteile Kröpeliner-Tor-Vorstadt und Stadtmitte. Seit 2006 sind 2564 Menschen von der KTV in die Stadtmitte und 2307 von der Stadtmitte in die Kröpeliner-Tor-Vorstadt gezogen.

Auch die meisten Zuzüge von Nicht-Rostockern verzeichnen die beiden zentralen Stadtbereiche (seit 2006 etwa je 10 000), gleichzeitig aber auch die meisten Fortzüge. In den klassischen Studentenbezirken sind es vor allem die 15- bis 35-Jährigen, die für den stetigen Wechsel sorgen.

Familienstand:
Während in Biestow und Dierkow-Ost mehr als 80 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren verheiratet sind, sind in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt 61,1 Prozent der Bevölkerung ledig.

Arbeitslosenquote: In Dierkow-Neu und Schmarl gibt es die höchsten Arbeitslosenquoten mit jeweils mehr als 15 Prozent. In den Stadtteilen mit einem großen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern wie Gehlsdorf, Brinckmansdorf, Gartenstadt oder Dierkow-West sind weniger als vier Prozent der Einwohner als arbeitslos gemeldet.

Altersstruktur: Der Szene-Stadtteil Kröpeliner-Tor-Vorstadt mit einem Durchschnittsalter von 36,6 Jahren das jüngste Stadtgebiet, gefolgt von Dierkow-Neu (39,9 Jahre). Demgegenüber stehen Warnemünde und die Südstadt mit jeweils mehr als 50 Jahren.

Geburten- und Sterberate: Die Kröpeliner-Tor-Vorstadt zeigt sich als geburtenstärkster Bereich, welcher gleichzeitig die geringste Sterbequote hat. Die schlechteste Bilanz hat dabei die Südstadt, wo auf jede Geburt etwa drei Sterbefälle kommen.

PKW-Quote:
Besonders in Rostock-Ost haben mit 77 Prozent der Bürger, die älter als 18 Jahre sind, überdurchschnittlich viele Menschen ein Auto. Schlusslicht in dieser Statistik ist die Kröpeliner-Tor-Vorstadt, wo nur etwa jeder Dritte einen Pkw besitzt.

Ärzteversorgung:
Auch die Dichte von Medizinern weist große Unterschiede auf: Während in Biestow nur etwa vier Ärzte auf 10 000 Einwohner kommen, liegt die Arztdichte in der Stadtmitte bei etwa 55 auf 10 000 Einwohnern.

Kriminalität: Die meisten Straftaten wurden 2011 mit 3404 Taten in der Stadtmitte begangen, wo auch der höchste Tatverdächtigenanteil lebt (87 Menschen pro 1000 Einwohner). Am sichersten lebt es sich in Biestow, wo lediglich 147 Straftaten registriert wurden und nur 15,9 von 1000 Menschen tatverdächtig sind.

Ausländeranteil:
Bedingt durch das Asylbewerberheim hat der Bereich Gartenstadt mit 7,9 Prozent den höchsten Ausländeranteil in Rostock. Am wenigsten Zugewanderte leben in Biestow (0,7 Prozent). Lichtenhagen hat 20 Jahre nach dem Anschlag auf das Asylbewerberheim noch fünf Prozent Ausländeranteil.

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