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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 18:58 Uhr

Forschungsprojekt : Kritzmower klar gegen Windräder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Infoveranstaltung zu Forschungsprojekt: In Groß Schwaß soll Anlage entstehen, um neuartiges Energiesystem zu testen

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Werden in Groß Schwaß bald Windräder errichtet? Diese Frage beschäftigt derzeit die Bewohner der Gemeinde. Am Montag lud Bürgermeister Leif Kaiser (CDU) zu einer Einwohnerversammlung nach Kritzmow, um über das Vorhaben zu informieren. Denn ein entsprechender Antrag auf die Genehmigung zweier Anlagen liegt dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) derzeit zur Entscheidung vor.

An diesem Abend dabei waren auch Matthias Heinicke und Martin Weiße, Gesellschafter des Planungsbüros M&M Erneuerbare Energien GbR, die das Projekt zusammen mit Partnern wie der Universität Rostock und der Stadtwerke Rostock Netzgesellschaft umsetzen wollen und den Bewohnern vorstellten.

Auf dem Ackerland zwischen Groß Schwaß und dem Vorweden-Wald sollen zwei Windenergieanlagen aufgestellt werden. „Diese sind Teil eines innovativen neuartigen Energiesystems“, erklärt Weiße. Mit den beiden Anlagen soll die Frage geklärt werden, wie überschüssig produzierter Strom alternativ genutzt werden kann, zum Beispiel als Wärme.

Doch die mehr als 200 Bewohner, die an diesem Abend in die Sporthalle kamen, haben vor allem eins: Angst vor dem Wertverlust ihrer Grundstücke und den möglichen Auswirkungen der Anlagen auf die Gesundheit. „Hier soll kein Windpark entstehen, sondern es handelt sich um ein Forschungsprojekt mit einer Laufzeitbeschränkung von 20 Jahren“, versuchte Weiße zu beruhigen. Doch die aufgebrachten Anwesenden interessierte vielmehr, wieso gerade ihre Gemeinde als Standort ausgewählt wurde und ob es keine Alternativen geben würde. Zumal das favorisierte Gebiet noch nicht einmal für eine derartige Nutzung ausgewiesen ist. Laut den M&M-Gesellschaftern hat eine Standort-Analyse ergeben, dass Groß Schwaß ideal für das Vorhaben sei, da mit der Uni als Partner, einem Wärmespeicher im Rostock Park im Tannenweg beziehungsweise als Abnehmer der Wärme sowie einem Netzeinspeisewerk alle nötigen Faktoren in unmittelbarer Nähe vorhanden seien. Auch die Argumente, weshalb keine bestehenden Anlagen oder Parks wie in Stäbelow genutzt werden können – es gibt keine freien Standorte – überzeugte die erhitzten Gemüter der Kritzmower ebenso wenig wie der Forschungsansatz des Projekts. Denn nur fünf bis 15 Prozent des produzierten Stroms würden für dieses Vorhaben genutzt.

Bis 30. September hat die Gemeinde Kritzmow nun Zeit, eine Stellungnahme zu dem Projekt beim Stalu MM abzugeben. Und sie muss hoffen, dass ihre vorgebrachten Argumente überzeugen. Denn die Entscheidungshoheit, ob der Bau der Anlage genehmigt wird oder nicht, liegt nicht bei der Gemeinde, sondern beim Stalu MM. Aber sie hat einen klaren Standpunkt. „Es gibt einen Beschluss vom März 2015, in dem wir uns gegen die Errichtung von solchen Anlagen auf Gemeindegebiet aussprechen“, betont Leif Kaiser.

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