Für den Frieden : Kriegsgegner gedenken sowjetischer NS-Opfer

Anlässlich des Tages der Befreiung legen Filler Roma (l.) und Mihnovschi David Blumen auf die Gräber auf dem Ehrenfriedhof am Rostocker Puschkinplatz.
Anlässlich des Tages der Befreiung legen Filler Roma (l.) und Mihnovschi David Blumen auf die Gräber auf dem Ehrenfriedhof am Rostocker Puschkinplatz.

Zum Tag der Befreiung legen Angehörige Blumen auf Ehrenfriedhof nieder. Politiker bedauern aufkeimenden Faschismus in Europa.

svz.de von
08. Mai 2017, 22:30 Uhr

Rosen, Tulpen, Sträuße und Kränze haben etwa 100 Menschen gestern an den Grabsteinen der gefallenen Soldaten und Offiziere der Roten Armee auf dem Ehrenfriedhof am Puschkinplatz niedergelegt, um dieser Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Der 8. Mai gilt als Tag der Befreiung, an dem die deutsche Wehrmacht vor 72 Jahren kapitulierte, wodurch der Zweite Weltkrieg sein Ende fand.

Für Filler Roma und Mihnovschi David ist es ein wichtiger Gedenktag. „Mein Bruder und mein Vater sind im Weltkrieg gefallen“, sagt Mihnovschi. Er und Filler kommen ursprünglich aus Moldawien, leben seit zwölf Jahren in Rostock und sind Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) begeht die Gemeinde den Gedenktag in Rostock. „Gerade jetzt, da Rechtspopulisten in Deutschland und Europa wieder zugenommen haben, müssen wir umso mehr daran erinnern und mahnen, was passiert ist“, appelliert die ehemalige Landtagsabgeordnete Regine Lück (Linke). Zum Tag der Befreiung sprach auch Parteigenosse und Bundestagsmitglied Dietmar Bartsch, der auf den aufkeimenden Faschismus in Deutschlands Nachbarländer wie die Türkei und Ungarn verwies. Auch dass beiden Präsidentschaftswahlen in Frankreich ein Drittel die Faschistin Marie Le Pen gewählt hatte, sei überaus bedenklich. „Es ist zu merken, dass der Faschismus immer noch da ist und durch die aktuelle Politik in Deutschland und Europa der Weg für Rechtsextreme immer mehr freigemacht wird“, so Bartsch. Auch trage Deutschland als Waffenexporteur dazu bei, Kriege zu unterstützen. „Frieden ist das höchste Gut der Menschen und muss von Generation zu Generation weitergegeben und erkämpft werden. Wir dürfen die Toten niemals vergessen“, schloss Bartsch.

In Gemeinschafts- und in Einzelgräbern ruhen auf dem Ehrenfriedhof 6 Offiziere, 312 Soldaten und 397 Bürger der Union der Sowjetischen Sowjetrepubliken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen