Warnemünde : Kreuzliner tanken bald am Pier

Kreuzfahrtschiff BOUDICCA am Liegeplatz P8 in Warnemünde
Kreuzfahrtschiff Boudicca an einem Liegeplatz  in Warnemünde

Baubeginn 2016: LNG-Anlage soll Schiffe künftig von Land aus CO2-frei mit Flüssigerdgas versorgen

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04. November 2015, 08:00 Uhr

Zu viele Emissionen, zu viele Schadstoffe – seit Januar gilt für den Schiffsverkehr in Nord- und Ostsee der Grenzwert von 0,1 Prozent Schwefelgehalt in Kraftstoffen. Mit langsamerer Fahrt oder neuen Rumpfformen sind die neuen Umweltbestimmungen nicht zu erfüllen – es braucht einen neuen Kraftstoff. LNG (Liquefied Natural Gas) heißt der Treibstoff aus Flüssigerdgas, mit dem in Warnemünde künftig Kreuzfahrtschiffe vom Land aus betankt werden sollen. Schon im kommenden Jahr wird der Bau der LNG-Anlage beginnen, so Rostocks Hafenkapitän Gisbert Ruhnke während des Gipfel-Treffens der Hafenkapitäne gestern auf der Mittelmole. Derzeit werde ein Gefahrenprotokoll erstellt, das nötige Brand- und Arbeitsschutzmaßnahmen analysiert. Die Inbetriebnahme der Anlage sieht Ruhnke in 2017.

Mit ihrem Bau gibt sich der Rostocker Hafen zukunftsorientiert: „Bisher sind weltweit nur sieben Schiffe mit LNG-Antrieb unterwegs. Aber die immer höher werdenden Emissionsvorgaben drängen in Richtung des Antriebs mit dem Flüssigerdgas“, sagt Ruhnke. Schon im Sommer 2016 sollen die ersten LNG-betriebenen Schiffe aus Norwegen nach Rostock kommen. Der Treibstoff für diese müsse dann allerdings noch per Lkw transportiert werden, so Ruhnke. Mit der neuen Anlage würde Rostock eine Vorreiterrolle einnehmen. Denn die meisten Häfen, wie auch der Hamburger betanken die Schiffe bisher per Barge. „Aber Rostock will keine Barge, sondern ein Terminal mit Schute direkt am Liegeplatz“, so Ruhnke.

Ebenfalls eine Innovation ist das neue Anmeldesystem National Single Window, über das alle Informationen zentral von den Häfen eingespeist und jederzeit von den Behörden abgefragt werden können. „Vorteilhaft ist, dass die Schiffe nur an eine Stelle müssen, um Informationen über Fracht, Besatzung und so weiter abzuliefern“, sagt Ruhnke. Der Nachteil liege in der technischen Umstellung, die erst nach und nach vonstatten ginge. Eingeführt wurde das System bereits am 1. Juni – bis zum 1. Januar 2016 gelte eine Übergangsfrist. Insgesamt laufe die Umstellung in den meisten Häfen gut, inzwischen auch in Rostock.

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