Rostock : Kreuzfahrt-Boom hält an

Die „Viking Star“ ist einer der vier Viking-Cruiser  Fotos: rfra
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Die „Viking Star“ ist einer der vier Viking-Cruiser Fotos: rfra

Makler von Sartori & Berger haben im nächsten Jahr etwa 20 Anläufe mehr zu bedienen

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29. November 2017, 12:00 Uhr

In der Agentur Sartori & Berger (S+B) im Rostocker Seehafen ist Ruhe eingekehrt. Mitarbeiter nutzen die nicht so arbeitsintensive Zeit, um Urlaub zu machen, angesammelte freie Tage abzubummeln. Während der diesjährigen Kreuzfahrtsaison waren allein in Rostock und Warnemünde 168 Schiffe zu bedienen, dazu noch in Wismar acht sowie weitere vom Mukraner Büro aus an den Seebrücken von Rügen bis Usedom. Es gab alle Hände voll zu tun. Das Team war entsprechend auf 14 Mann (inklusive Azubis) aufgestockt worden.

„Es war eine gute Saison“, blickt Robert Temme (35), Leiter der Rostocker Niederlassung von S+B, zurück. Zu den besonderen Höhepunkten zählt er das erfolgreiche Zusammenspiel mit dem Flughafen Laage, die Dienstleistungen der Agentur in der Logistikkette für die per Flieger anreisenden Passagiere.

Der Makler ist mit seinen Leuten gegenwärtig noch mit Nacharbeiten der vergangenen Kreuzfahrtsaison beschäftigt. So erfolgen unter anderem letzte Abrechnungen für einzelne Kreuzliner. Ins Blickfeld ist längst aber schon die bevorstehende neue Saison 2018 gerückt.

Allein in Rostock und Warnemünde sind durch S+B-Makler dann 180 Anläufe zu bedienen und ein weiteres gutes Dutzend in Wismar, Mukran und an den Seebrücken. Insgesamt, das sei hier angemerkt, werden im heimischen Revier im nächsten Jahr über 200 Schiffe erwartet. Die genaue Anzahl gibt Rostock Port erst zu Jahresbeginn bekannt, inoffizielle Quellen gehen von 210 aus.

Für die Agentur Sartori & Berger beginnt die Saison bereits am 14. April mit dem Anlauf der „Astoria“ in Wismar. Wenige Tage später läuft die „Hanseatic“ die Seebrücken von Binz und Heringsdorf an. In Warnemünde eröffnet die „Viking Sea“ am 23. April für Sartori & Berger den Kreuzliner-Reigen. Und er endet im nächsten Jahr hier erst am 17. Dezember. Jeweils drei Anläufe führen die „Albatros“ von Phönix-Reisen sowohl ins vorweihnachtliche Wismar als auch nach Warnemünde.

Zu den Neulingen im Revier zählt die 290 Meter lange „Sapphire Princess“. Mit der „Regal Princess“ stellt sich eine alte Bekannte wieder ein und das gleich zwölfmal. Aida Cruises schickt von Warnemünde wieder die „Aidadiva“ (18-mal) und die „Aidamar“ (25) auf Ostsee-Kreuzfahrt und Partner Costa bringt die „Favolosa“ 16-mal. Gleich mit vier Schiffen der Flotte wird Viking Cruises vertreten sein. Die Norweger kommen sowohl mit „Viking Sea“, „Viking „Sky“, „Viking Sun“ und „Viking Star“ insgesamt 24mal ins heimische Revier. 15mal kommt auch MSC mit ihrer „MSC Orchestra“. Im Seehafen wird im nächsten Jahr für die spanische Pullmantur die „Zenith“ mit neun Abfahrten die „Monarch“ ablösen.

Passagierwechsel sind komplett für Aida und Pullmantur abzuwickeln, Teilreisewechsel erfolgen unter anderem aber auch bei Costa, MSC und Princess Cruises.

Der Trend zu größeren Schiffen hält an, eine Länge von 330 Metern aber bilde die Begrenzung, erklärt Temme. Er kennt natürlich auch die Probleme, die gegenwärtig erörtert werden. Dazu zählen die Belastungen durch den Lkw-Verkehr für die Proviantierung der Schiffe. Trucks treffen vielfach bereits tags zuvor ein und beeinträchtigen mit ihren Abgasen die Umwelt.

Die Luftqualität beeinträchtigt auch das Gros der Schiffe im Revier selbst. Das rund 60 Prozent von ihnen durch so genannte LNG Power Pacs mit Landstrom zu versorgen wären, merkte jüngst Hafenkapitän Gisbert Ruhnke nach einem Treffen seines Verbandes an. Vorgeschmack auf die neue Saison geben die dieser Tage veröffentlichten Pläne und Kataloge. Für die Makler der Kreuzliner läuft die Saisonvorbereitung aber erst dann auf Hochtouren an, wenn Absprachen mit den Behörden zu treffen sind, all das zu tun ist, was für einen reibungslosen Ablauf nötig ist.

Gegenwärtig beschäftigt sie vor allem die Frachtschifffahrt. Regelmäßige Zement-Verschiffungen nach Skandinavien gehören dazu – in diesem Jahr in der Größe von etwa 400 000 Tonnen. In den nächsten Tagen werden die Makler sich bei einer Exkursion zum Werk in Rüdersdorf mit der Produktion dieses Baustoffs näher vertraut machen, der mit Zügen zum Hafen kommt und in die Zement-Carrier gepumpt wird. Ein für diese Aufgabe im Revier neuer Transporter wird im Dezember erwartet.

Den Arbeitsalltag bestimmen in der Agentur aber auch diverse Flüssiggüter und Dienstleistungen für Offshore-Projekte. In Wismar ist mit der „Capella C“ auch über den Winter eine imposante Yacht zu betreuen.

Ab April aber stehen die Makler dann wieder in heißen Stiefeln, wenn die Kreuzfahrtsaison 2018 beginnt. Da werden dann auch die Neuzugänge Maximilian Glende und Marthe-Sophie Fuhrmann, die bei Laeisz und Stinnes die Lehre als Schifffahrtskaufleute absolvierten, ihre erste große Praxisbewährung zu bestehen haben. Makler-Nachwuchs wächst aber auch aus den eigenen Reihen heran. Vier Azubis machen bei S+B gerade ihre Lehre, Lisa Höth und Marcel Loock haben sie in diesem Jahr bereits erfolgreich abgeschlossen und wurden übernommen.

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