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Aktion „Nimm die Küste unter die Lupe!“ : Krebsen und Quallen auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mit eine besonderen Ferienaktion will das Bundesbildungsministerium Kinder für Fauna und Flora am Meer begeistern

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Vincent ist sich sicher: „Das ist eine Seenacktschnecke!“ Der Junge ist erst fünf und beäugt vor einem Wasserbecken die Tiere, die zwischen Muscheln und Algen herumschwimmen. Vincent ist mit zwölf anderen Kinder der DRK-Kita Knirpsenland Warnemünde statt in den Zoo an den Strand gefahren. Hier gibts für jedes Kind einen Mini-Kescher und eine Lupe – denn heute darf jeder zum Strandforscher werden.

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) hatte Kinder an den Strand geladen. Sven Hille, zuständig für die Schülerarbeit am IOW, und seine Kollegen von der Meeresboden-Ökologie haben einige Glasbecken, Bilder mit Meereslebewesen und 60 Mini-Forscherausstattungen an den Strand geschleppt. „Nimm die Küste unter die Lupe!“ heißt die Aktion, die das IOW im Auftrag des Bundesforschungsministeriums veranstaltete.

„Wir haben auch eine Qualle gesehen, aber die haben wir gleich wieder in die Ostsee zurückgeworfen“, erzählt Maila, fünf Jahre, und flitzt mit ihren Freunden ans Wasser. Denn hier zieht Biologe Kai Hoppe gerade ein durchsichtiges Stechrohr aus dem Meeresboden. Das ist zur Hälfte mit Sand voll; darüber, im Ostseewasser, schwimmt etwas. „Wollen wir mal gucken, ob im Sand etwas Lebendiges ist?“, fragt Hoppe die Kinder und lässt wie ein Goldschürfer den Sand im Sieb kreisen.

„Die Kinder sollen sehen, mit wem sie hier ihr Badewasser teilen und dass die Ostsee ein Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere ist“, sagt Sven Hille. So lebten allein in der Nähe einer Buhnenreihe 1000 Kleintiere wie Strandkrebse oder die Baltische Meeresalge. „Und wir möchten den Kindern auch erklären, dass es uns Forscher gibt, wir uns ums Meer kümmern.“

Leon hat sich die Lupe, die an einen durchsichtigen Zahnputzbecher erinnert, ans Auge geklemmt und schaut den Asseln beim Schwimmen im Becken zu. „Die habe ich ja noch nie gesehen“, sagt er. Der Neunjährige aus Radeberg (Landkreis Bautzen) kennt die Ostsee nur als Urlaubsziel und hört aufmerksam zu als Sven Hille ihm erklärt, dass Asseln begehrte Nahrung von Krebsen sind. Vincent und Maila aus der Kita haben derweil ihr Forscherset – Kescher und Lupe – eingepackt – für die nächste Untersuchung am Strand von Warnemünde.

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