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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 13:14 Uhr

Krankenschwester stand Knud H. bei

vom

svz.de von
erstellt am 15.Dez.2011 | 11:46 Uhr

Sie hatte einen lustigen Tag am Strand verbracht - und wurde kurz darauf Zeugin des tödlichen Streits um den schöneren Bollerwagen auf dem Bahnhof von Warnemünde. Im Totschlags-Prozess gegen Nils W. (25) sagte gestern die Berliner Krankenschwester Janett P aus, die noch versucht hatte, als Ersthelferin das Leben des Opfers Knud H. zu retten. Am Herrentag, so schilderte sie gestern vor dem Landgericht, hatten sie und ihre Freundinnen Lucie O., Vivien M. und Nathalie W. die Gruppe um das spätere Opfer Knud H. mit dem Bollerwagen schon auf der Promenade getroffen. Als sie gegen 16.30 Uhr auf das S-Bahngelände kamen, sahen sie, wie die Gruppe um den Angeklagten Nils W. immer wieder auf die Gruppe mit dem Bollerwagen einschlug. Janett P. sah auch, dass Knut H. am Boden lag und sich Passanten um ihn kümmerten. Plötzlich hörte sie: "Er hat keinen Puls mehr". Janett P. lief zum Opfer und begann mit Wiederbelebungsversuchen, bis der Krankenwagen kam. Der Richter wollte sie schon entlassen, als sich die Ehefrau des Opfers zu Wort meldete: "Es ist nicht selbstverständlich, dass man einem Menschen hilft. Ich danke Ihnen".

Gerade das hatten der Angeklagte Nils W. und seine Freunde, der Warnemünder Kaufmann Björn Sch. (24), der Handelsvertreter Marcel L. (29) und der Anlagenmonteur Tom G. (23), nämlich nicht getan. Nur Tom G. stand gestern zu seiner polizeilichen Aussage. Er selbst habe Knud H. von Nils W. weggezogen. Danach sei Nils W. von hinten an das Opfer herangetreten und habe ihm mit der Faust an den Kopf geschlagen.

Knud H. sei noch zwei Schritte gegangen und dann zusammengesackt. Alle vier aus der Gruppe wurden noch in Warnemünde verhaftet. Der Vorwurf des Totschlags ist für Nils W. noch nicht vom Tisch. Eine jetzt erst bekannt gewordene Kampfsportausbildung des Angeklagten in einem Kampfsport-Club rückt eine Tötungsabsicht wieder in den Bereich des Möglichen.

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