zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 09:59 Uhr

Kranbauer Liebherr zahlt Tarif

vom

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2012 | 10:39 Uhr

Seehafen | Für die Beschäftigten des Kranbauers Liebherr-MCCtec Rostock gilt künftig der Flächentarifvertrag der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie. Das Unternehmen gehört ab Mai zum Arbeitgeberverband Nordmetall. Damit verpflichtet sich Liebherr Rostock der Tarifbindung. Gestern wurde der entsprechende Vertrag zwischen dem Arbeitgeberverband und der IG Metall Küste unterschrieben.

Ab dem 1. Oktober steht den Mitarbeitern zudem eine Stunde mehr Freizeit zur Verfügung. Das Absenken der Arbeitszeit in zwei Etappen stellt eine erste Maßnahme der stufenweisen Anpassung der Lohn- und Gehaltsstruktur an die geltenden Tarifbedingungen dar. Bis zum 1. Oktober 2013 sollen die Mitarbeiter dann nur noch 38 statt der bisherigen 40 Wochenstunden ableisten. Vereinbart wurde außerdem, dass Liebherr Rostock künftig eine Leistungszulage von durchschnittlich sechs Prozent einführt. Um die geltenden Tarifbedingungen vollständig zu erfüllen, werden noch fünf bis sieben Jahre vergehen, schätzt Daniel Friedrich ein. Er ist der Verhandlungsführer der IG Metall Küste und mit dem Ergebnis zufrieden. Allerdings räumt er ein: "Am liebsten wären uns sofortige Anpassungen gewesen, doch es ist ein guter Kompromiss."

Seit mehreren Jahren verfolgt Liebherr Rostock den Weg hin zu einer verbesserten Vergütung der Arbeit. So erhalten die Mitarbeiter bereits jetzt Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente sowie Kilometergeld. "Mit der Tarifgebundenheit gehen wir den letzten Schritt hin zu einer leistungsorientierten Entlohnung", sagt Thomas Müller, Geschäftsführer von Liebherr-MCCtec Rostock. Dabei seien die betrieblichen Gestaltungsmöglichkeiten gut genutzt worden. Unterm Strich sollen seine Mitarbeiter langfristig fünf Prozent mehr Lohn bekommen. An konkreten Gehalts-Beispielen wollte er die Neuerungen gestern nicht vorrechnen.

Dr. Thomas Klischan, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, ist der Auffassung, dass der Tarifvertrag den Betriebsfrieden garantiert. Das dürfte jedoch nur für die 925 Festangestellten gelten. Denn das Werk ist auf Leiharbeiter angewiesen, die je nach Auftragslage eingekauft werden und mit weniger Geld nach Hause gehen als ihre festangestellten Kollegen. Über die aktuell beschäftigten Leiharbeiter wollte sich Müller gestern nicht äußern. Früheren Angaben zufolge liegt die Anzahl der Leasing-Kräfte bei 225. Für Müller ist Leiharbeit ein anderes Thema. Dennoch sagt er: "Die Flexibilität dieser Mitarbeitergruppe muss entsprechend vergütet werden."

Der Betriebsratsvorsitzende bei Liebherr Rostock, Martin Lindenberg, sagt: "Die Tarifbindung bedeutet für uns Beschäftigte mehr Sicherheit. Gleichzeitig hilft sie dem Unternehmen beim Werben um neue Fachkräfte." In den kommenden zwei bis fünf Jahren sollen 200 Ingenieure neu eingestellt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen