Konfirmanden von einst kehren zurück

Monika Allripp
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Monika Allripp

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17. September 2012, 08:53 Uhr

Warnemünde | Zu einer gemütlichen Kaffeerunde mit Erzählungen von früheren Zeiten und einem Festgottesdienst haben sich zwölf Teilnehmer der Goldenen Konfirmation der Jahrgänge 1961 und 1962 am Wochenende in Warnemünde getroffen. Ältester Gast ist die pensionierte Lehrerin Gisela Schwerin gewesen, die bereits im Jahr 1952 ihre Konfirmation gefeiert hat.

Von den 66 Konfirmanden der beiden Jahrgänge 1961 und 1962 sind nur zwölf der Einladung gefolgt, die sich auch an jene gerichtet hat, die in dem Jahr in anderen Gemeinden oder Städten konfirmiert wurden und jetzt in Warnemünde leben. Von einigen der beiden Jahrgänge konnten die Adressen nicht mehr ausfindig gemacht werden, andere sind bereits nicht mehr am Leben. In den Jahren 1961 und 1962 hat es in der Warnemünder Gemeinde mit Prof. Albert Beyer und Gotthold Stegen zwei Pastoren geben.

"In den Jahrgängen sind schon die Auswirkungen der politischen Veränderungen spürbar", sagt Pastor Harry Moritz. Im Jahr 1955 wurden 245 Mädchen und Jungen in der Warnemünder Kirche konfirmiert. Damals hingen die Fotos immer an der Buchhandlung Emil Krakow aus. Das war 1961 und 1962 schon nicht mehr so. Und die meisten Konfirmanden nahmen parallel an der Jugendweihe teil, um sich ihre beruflichen Chancen nicht zu verderben. 1961 war das Jahr des Mauerbaus, es wehte politisch schon ein deutlich rauerer Wind in Ostdeutschland.

Bei der Zusammenkunft am Wochenende waren die Konfirmanden von einst aus vielen Städten angereist. Darunter die Schwestern Hannelore Schrader und Brigitte Türk, geborene Köster, die jetzt in Dresden und Bremen leben. Reinhard Öttking wohnt heute am Timmendorfer Strand, Monika Allripp, geborene Pfeiffer, hat ihren Lebensmittelpunkt in Kiel gefunden. Aber es gibt auch einige, die wie der Warnemünder Bernd Schneider ihrem Geburtsort treu geblieben sind. "Ich lebe noch in der gleichen Wohnung, in der ich geboren bin", erzählt er.

Monika Allripp brachte ein Foto zum Treffen mit, das sie als Konfirmandin zeigt. Darauf ist die inzwischen grauhaarige Dame sofort zu erkennen. "Das Kleid hatte meine Mutter genäht", erzählt sie. "Dann wurde es nach Rostock zum Plissieren gebracht." Damals waren bei Mädchen blaue Kleider bis zum Knie in Mode, die Jungen trugen meist einen blauen Anzug. Bei der Rückschau merkten die Konfirmanden, dass es eigentlich kaum Fotos von damals gibt.

Der Kaffeetafel am Sonnabend folgte gestern ein Festgottesdienst mit Abendmahl. Wer wollte, konnte sich zur Erinnerung eine Jubiläumsurkunde ausstellen lassen. "Weil die Teilnehmerstärke der Jahrgänge abnehmen wird, werden wir Jubiläen künftig zusammenfassen", sagt Pastor Moritz.

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