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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 02:45 Uhr

Kommandowechsel auf der Warnow

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 08:53 Uhr

Rostock | Gekenterte Sportboote, manövrierunfähige Kreuzfahrtschiffe, Umweltverschmutzungen, betrunkene Kapitäne oder die Kontrolle gefährlicher Güter - der erste Polizeihauptkommissar Fredi Ewert wird von nun an die Geschicke der Rostocker Wasserschutzpolizei lenken. 48 Mitarbeiter stehen ihm zur Seite. Ewert löst den ersten Polizeihauptkommissar und langjährigen Inspektionsleiter Helmhard Lakomy ab.

Der 59-Jährige verabschiedete sich gestern nach 38 Jahren in den Ruhestand. "Mit ihm verlässt ein Urgestein der Wasserschutzpolizei die Brücke", so Siegfried Bruß, Leiter des Landeswasserschutzpolizeiamtes Mecklenburg-Vorpommerns. Lakomy selbst erinnert sich noch an die Wasserschutzpolizei der 70er-Jahre. Zu jener Zeit habe sie sich noch in einem Kohlenschuppen an den Hafenterrassen befunden. "Die Warnow hat damals noch bestialisch gestunken. Dass sie sich umwelttechnisch so verbessert hat, ist sicherlich auch ein Verdienst der Wasserschutzpolizei", resümiert der scheidende Inspektionsleiter.

Im Laufe seiner Dienstzeit hätten sich die Schwerpunktaufgaben jedoch verschoben. Während die Ordnungshüter in den 90er-Jahren viele Umweltvergehen ahndeten, verlagerte sich der Arbeitsschwerpunkt nach den Anschlägen vom 11. September auch auf die terroristische Gefahrenermittlung.

"Eine neue Herausforderung wird auch die jetzt anstehende Sportbootführerscheinverordnung werden", so der neue Inspektionsleiter Ewert. Mit dieser Reform ist eine Lizenz dann nur noch für Boote mit mehr als 15 PS statt bisher 5 PS nötig. "Wir werden wohl mehr Geschwindigkeitskontrollen machen müssen und auf sensible Gebiete wie die Oberwarnow besonders achten."

Den größten Teil der Aufgaben werde aber auch weiterhin die Abwehr von Gefahrensituationen ausmachen. So fahren Streifen zu manövrierunfähigen Schiffen und lenken den Verkehr darum. Sie begleiten bei der Hanse Sail Schiffe bei der Ausfahrt aus dem Hafen oder übernehmen die Verkehrsregelung, wenn Tonnen zur Fahrwasserbegrenzung kein Signal mehr senden. Allein 1055 solcher Einsätze fuhr die Wasserschutzpolizei von Januar bis Ende September. Doch nicht nur das. Außerdem wurden in diesem Jahr bereits 172 Straftaten aufgenommen und 849 Ordnungswidrigkeiten festgestellt.

Der 53-jährige Stralsunder leitete seit 2003 die Wasserschutzpolizeiinspektion in Sassnitz. "Ich freu mich auf die neuen Menschen hier und das neue Revier", sagte Ewert gestern.

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