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17. Dezember 2017 | 03:35 Uhr

"Körperwelten" werden abgebaut

vom

svz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 06:38 Uhr

Schmarl | In Luftpolsterfolie werden die Exponate der "Körperwelten"-Ausstellung eingehüllt. In gesicherten Transportkisten verstaut, machen sie sich anschließend auf die Reise in das Plastinarium nach Guben. Dort wird das technische Equipment überholt und die Plastinate auf Schäden kontrolliert. "Generell sind die Exponate unempfindlich", sagt Jan Keller, Leiter der am Sonntag in der Schmarler Hanse Messe zu Ende gegangenen Ausstellung "Körperwelten - Eine Herzenssache". Kleinere Schäden, die während des Transports entstehen, würden umgehend im Plastinarium repariert.

Noch bis heute Abend braucht das Team um Keller, bis alle Exponate sicher für den Weg nach Guben an der polnischen Grenze verpackt sind. Allein die 3,5 Meter hohe Elefantenkuh Samba muss in mehrere Teile zerlegt und in neun Boxen aufgeteilt werden. "Die gesamte Ausstellung mit ihren mehr als 200 Exponaten aus menschlichen Organen, Ganzkörper-Exponaten und Tieren wird auf elf Sattelschlepper verladen. Vom 14. Juni bis zum 1. September waren die Plastinate in Schmarl zu sehen. Das gewünschte Besucherziel wurde dabei leicht verfehlt. Gehofft hatte das Team auf 100 000 Besucher, geworden sind es letztlich 95 000. "Wir freuen uns über das Ergebnis und sind damit zufrieden", sagt Ausstellungsleiter Keller. Sehr positiv sei die Schau beim Rostocker Publikum angekommen. "Das bestätigen die Kommentare in unserem Gästebuch", sagt Keller. Grundsätzlich seien die Hansestädter interessiert und offen für das Thema. Vor allem Schüler und Studenten haben sich die Exponate angeschaut. Aber auch ältere Menschen begeisterten sich für die Funktionen des menschlichen Körpers. Auch Sportler und medizinisch interessierte Menschen waren zu Gast in der Messehalle.

Seltener Blick ins Innere des Menschen

Schwerpunkt der Ausstellung war das Herz-Kreislauf-System, das Herz als Motor des Menschen mit seinem Gefäßsystem und seinen Krankheiten. Neben plastinierten Herzen und Gefäßen im gesunden Zustand wurden auch unterschiedliche Krankheitsbilder veranschaulicht. Als tierische Exponate gab es unter anderem einen Elefanten, eine in 50 horizontale Scheiben zerlegte Giraffe, einen Bären und einen Gorilla zu sehen. Hauptaugenmerk lag aber auf dem menschlichen Körper. "Der Blick in das Innerste bringt den Besuchern einen Moment der Einkehr", erläutert Keller. Auf diese Art werde ihnen der Respekt vor der Natur und ihrem eigenen Körper bewusst. Ein besonderes Angebot ermöglichte Keller Menschen mit Sehbehinderungen. Sie bekamen die seltene Gelegenheit, einige Exponate mit ihren Händen vorsichtig zu ertasten. Dabei standen ihnen Medizinstudenten Rat gebend zur Seite und führten sie durch die Ausstellung. "Wir haben Präparate, die extra für das Ertasten hergestellt wurden. Sie sind etwas mehr durchgehärtet und fühlen sich nicht ganz wie echte Organe an", sagt Keller.

Derzeit gibt es noch eine weitere "Körperwelten"-Ausstellung in Bochum, eine in Finnland und vier in Nordamerika. Rund 36 Millionen Zuschauer haben die menschlichen und tierischen Exponate seit ihrer Premiere 1995 in Japan angelockt.

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