zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 23:23 Uhr

"Körperwelten" kommt nach Rostock

vom

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2013 | 06:05 Uhr

Rostock | Muskelstränge, Lungen, Gefäße - bei der Wanderausstellung "Körperwelten" sieht der Besucher das, was sonst verborgen bleibt, das Innere des Menschen pur und echt, plastiniert und zu Exponaten gemacht. Jetzt kommt die umstrittene Ausstellung erstmalig nach Rostock. Vom 14. Juni bis zum 1. September werden 200 Plastinate menschlicher Körper des Initiators Dr. Gunther von Hagens in der Hanse Messe in Schmarl gezeigt.

Die Chefin der Rostocker Messe- und Stadthallengesellschaft, Petra Burmeister, und der Hanse-Messen-Leiter Andreas Markgraf haben dafür die Sommerpause in der Halle rigoros gestrichen. Das sei es wert: "Damit haben wir es geschafft, eine Weltausstellung nach Rostock zu bringen", sagt Markgraf. Schon lange sei das ein Ziel, jetzt hat es funktioniert. Viele Rostocker wie Sachbearbeiterin Barbara Rosenow (50) sind ebenso begeistert. "Ich werde sofort hingehen", sagt sie.

Das Motto der hiesigen Ausstellung ist "Eine Herzenssache". Der Fokus liegt auf dem Herz-Kreislauf-System, erklärt Jan Keller. Er leitet die Ausstellung von Gunther von Hagens vor Ort. "Wir zeigen sowohl außergewöhnliche Exponate als auch die gesamte menschliche Anatomie", sagt Keller - von Augen über Schilddrüsen, natürlich Herzen, Nieren bis hin zu Geschlechtsorganen. Eine Attraktion wird ein Plastinat einer fünf Meter hohen Giraffe sein. Diese Tiere haben ein besonders leistungsfähiges Pumporgan, sagt Keller. "Unser Ziel ist es, bewusst zu machen, wie empfindlich dieses ganze System ist", sagt der Ausstellungsleiter. So gebe auch diese Edition der "Körperwelten" Hinweise für ein gesundes Leben mit auf den Weg. Anders als das ästhetisierte Äußere der Exponate - nachgebildete Gesichtspartien und dynamische Posen - sind die Organe ungeschönt ausgestellt. Ein vergrößertes Herz wird neben einem Herzinfarkt, eine Raucherlunge neben einer gesunden gezeigt. Die Unterschiede werden faktisch erklärt, aber für den Laien verständlich. Die Wanderausstellung sei an Genauigkeit kaum zu übertreffen, loben viele Experten. So solle sie aufklären und warnen, sagt Keller. Eine Erhebung unter einstigen rauchenden Besuchern habe ergeben, dass immerhin zehn Prozent ihr Rauchverhalten nach dem Besuch geändert haben, sagt der Ausstellungsleiter für Rostock.

"Wir geben dem Menschen damit ein Ereignis, dass er sonst nicht erfährt, eine Reise ins eigene Ich", sagt Keller. Gunther von Hagens sei mit Leib und Seele Anatom. Über "Körperwelten" wolle er jedem ermöglichen, Einblicke in die Anatomie und damit auch einen besonderen Bezug zu sich selbst und seinem eigenen Körper zu bekommen.

Damit hat er sich aber nicht nur Lob eingehandelt: Geschmacklos, entwürdigend und pietätlos finden manche die Ausstellung. Auch die Rostocker Rentnerin Renate Schubert ist nicht begeistert von Dr. von Hagens "Körperwelten", sie wird im Sommer definitiv nicht zu den Besuchern gehören. Für viele andere wird "Eine Herzenssache" ein Höhepunkt, eine Weltausstellung, die in Japan begann und nun in Rostock zu sehen ist. Am 13. Mai startet der Vorverkauf in der Stadthalle. Die Ausstellung hat ab dem 14. Juni täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Tickets wird es auch an der Tageskasse geben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen