Nach Verboten : Kobanê-Hilfsgüter eingelagert

Sie stehen hinter der Hilfsinitiative MV für Kobanê: Rechtsanwalt Thomas Wanie (r.) und Jonas Dogesch.
Sie stehen hinter der Hilfsinitiative MV für Kobanê: Rechtsanwalt Thomas Wanie (r.) und Jonas Dogesch.

Organisatoren scheitern vorerst und schalten den Türkischen Roten Halbmond ein

svz.de von
01. September 2015, 06:00 Uhr

Teilerfolg für die Initiative MV für Kobanê: Nach zwei Monaten Einreise- und Weiterfahrverbot durch die türkischen Behörden konnten die Hilfsgüter des dritten Transports dem Türkischen Roten Halbmond übergeben werden. Die Schwesterorganisation des Deutschen Roten Kreuzes hat die 40 Tonnen vorerst in einer Halle in Suruç eingelagert. Roter Halbmond und kurdisches Hilfskomitee suchen nun einen Weg, um den syrischen Zielort Kobanê doch noch zu erreichen.

Privatleute, Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken aus MV hatten medizinische Ausrüstung und Rehageräte für den Wiederaufbau des örtlichen Krankenhauses gespendet. Dazu zählen Ultraschallgeräte, ITS-Betten, Defibrillatoren, Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen, Orthesen, aber auch Babynahrung. Doch nach dem Wahlerfolg der prokurdischen HDP Anfang Juni verschärfte die türkische Regierung ihren Kurs gegen die Kurden und deren Unterstützer. In der Folge verweigerte sie auch den beiden Lkw aus MV 20 Tage lang die Einreise und machte ihnen immer wieder neue Auflagen. Erst nach Intervention hoher deutscher Diplomaten und Politiker durfte der Transport die Grenze passieren. In Gaziantep im Südosten der Türkei jedoch, wo die Lkw entzollt werden sollten, wurden sie erneut mehrere Wochen festgehalten – trotz vorhandener Genehmigungen und vollständiger Papiere. Die Behörden drohten sogar mit der Pfändung der Hilfsgüter.

Bei dem Versuch, die Situation direkt vor Ort zu entspannen, gerieten vier Vertreter der Hilfsinitiative am 20. Juli mitten in das IS-Attentat im Amara-Kulturzentrum. Sie mussten miterleben, wie 32 Menschen starben und viele weitere verletzt wurden.

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