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alternative Heilkunde : Knochenbrecher mit gutem Gespür

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tamme Hanken zu Gast im Hundekindergarten Waldeck – XXL-Ostfriese hilft Herrchen und Frauchen, wenn Ärzte nicht weiter wissen

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 11:55 Uhr

Drei Tage ist der XXL-Ostfriese Tamme Hanken in Mecklenburg zu Gast gewesen, um Hunde und Pferde zu behandeln. Auch der Hundekindergarten von Simone Loschke in Waldeck stand auf dem Programm. „Mehr als 60 Hundebesitzer hatten sich angemeldet“, berichtet die Leiterin, die Tamme Hanken nun das dritte Mal zu Gast hatte.

Der Kontakt zum Hundekindergarten in Waldeck entstand im vergangenen Dezember. Auch der Hund von Simone Loschke hatte Bewegungsstörungen, die zuvor nicht geheilt werden konnten. „Da war Tamme Hanken unsere letzte Hoffnung“, sagt die Leiterin des Hundekindergartens, die sich auf den Weg ins ostfriesische Filsum machte. Ihrem Hund geht es seitdem super. So wurde bereits im Januar ein erstes Treffen mit dem ostfriesischen Tierflüsterer in Waldeck arrangiert, um auch anderen Hundebesitzern eine gute Chance auf Heilung ihrer Lieblinge zu geben. Da der Bedarf extrem groß war, wurde nun bereits das dritte Treffen in Waldeck organisiert. Wer sein Tier vorstellen wollte, musste sich auf jeden Fall telefonisch anmelden.

Jeder, der dem XXL-Ostfriesen zuschaut, spürt die Zuneigung, die er für den besten Freund des Menschen empfindet. Nach nur wenigen Schritten, die der Hund auf und ab läuft, erkennt er, was dem Tier fehlt. „Du bist ein feiner Hund“, beruhigt Tamme Hanken den Schäferhund, während er ihm über den Rücken streicht und dann an seinen Hinterbeinen zieht. Als Knochenbrecher, plattdeutsch Knakenbreker, wird dieser traditionelle, alternative Heilkundler in Ostfriesland bezeichnet. „Die Feinfühligkeit ist mir angeboren, sozusagen in die Wiege gelegt. Viel habe ich dann im Laufe der Jahre von meinem Opa gelernt“, erzählt der 2,06 Meter große XXl-Ostfriese, der auf dem Hof seiner Vorfahren aufgewachsen ist. Beinahe 800 Jahre ist seine Familie dort ansässig.

Zu den Kenntnissen eines Knochenbrechers gehören beispielsweise das Einrenken von Gliedmaßen und das Einrücken von Wirbeln. Seine Hände helfen da, wo die klassische Veterinärmedizin nicht weiter weiß. So ist auch Iris Gischow extra aus Berlin angereist, um sich professionelle Hilfe bei Tamme Hanken zu holen. „Ich kenne ihn natürlich aus dem Fernsehen und habe im Internet gelesen, dass er nun nach Waldeck kommt“, erzählt die Berlinerin, deren Tierarzt keine Ursache für das Leiden ihres Hundes fand. „Tamme ist unsere letzte Hoffnung.“ Ihre Boxer-Hündin Bella humpelt. „Die Bandscheibe ist angegriffen. Das ist auf einem Röntgenbild nicht zu sehen“, erklärt der Knochenbrecher, der Bella wieder einrenkte.

„Bei deinem Hund bildet sich Arthrose“, so eine weitere Diagnose. „Der Hund ist unterfordert, er braucht mehr Bewegung, sonst rostet er euch ein.“ Bei Jerry konnte der Kochenbrecher durch genaues Betrachten seiner Augen einen Schlaganfall erkennen, den der kleine Yorkshire-Terrier kürzlich erlitten haben muss. „Seitdem hält er den Kopf schief und läuft oft im Kreis“, erzählt Helga Schubert, die mit ihrem Liebling aus der Nähe von Ueckermünde nach Waldeck gekommen war. Auch sie erhielt wie alle anderen Hundebesitzer einen individuellen Therapieplan.

Neben seiner Fähigkeit als Tier-Chiropraktiker kennt Tamme Hanken auch die Wirkung alt überlieferter Hausrezepte. Da kommt beispielsweise eine Bleimatte ins Spiel, eine Manschette für das Sprunggelenk, Malzbier, Teufelskralle gegen die Schmerzen, Weißdorn, Kürbiskernöl, Blättermagen und vieles andere. Auf jeden Fall empfiehlt der Knochenbrecher, den Hunden rohes Fleisch als Nahrung zu geben.

Neben der Beseitigung der Bewegungsstörungen schaut der Knochenbrecher unter anderem in den Mund, aufs Gebiss, in die Augen und auf das Haarkleid. Außerdem setzt er auf eine ganzheitliche Therapie. Viele Faktoren müssen beachtet werden, damit es dem besten Freund des Menschen gut geht. Das Wissen und die Fähigkeiten der Tierärzte, Hufschmiede und Sattler hat er nie infrage gestellt. Im Gegenteil: „Wir müssen miteinander, nicht gegeneinander arbeiten.“

Auf jeden Fall ist der Ostfriese ehrlich. Tobi, ein acht Jahre alter Berner Sennenhund, kann nur noch auf drei Beinen laufen. „Der Nerv ist gerissen. Da kann ich euch leider nicht mehr helfen“, so das traurige Fazit. Der Hundebesitzer hat nun Gewissheit. Auch das war ihm wichtig.

Im kommenden Jahr wird es auf jeden Fall wieder ein Treffen mit Tamme Hanken in Waldeck geben. „Der Bedarf ist groß“, sagt Simone Loschke, deren Hundekindergarten feste Anlaufstelle für den XXL-Ostfriesen in Mecklenburg-Vorpommern geworden ist. Mit einem „Glück in der Hundehütte“ verabschiedete der Knochenbrecher jeden Hundebesitzer.

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