Klipper, Haikutter, Dampfschlepper

Von der Warnemünder Mole aus verfolgen Schaulustige am 13. August 2011 die Geschwaderfahrt der 21. Hanse Sail auf der Ostsee. Schon 204 Schiffe haben sich für die 22. Hanse Sail vom 9. bis 12. August 2012 angemeldet.dpa
Von der Warnemünder Mole aus verfolgen Schaulustige am 13. August 2011 die Geschwaderfahrt der 21. Hanse Sail auf der Ostsee. Schon 204 Schiffe haben sich für die 22. Hanse Sail vom 9. bis 12. August 2012 angemeldet.dpa

svz.de von
17. Juli 2012, 07:45 Uhr

Rostock | Noch 22 Tage bis zur 22. Hansesail: Rostocks Sail-Chef Holger Bellgardt ist die Vorfreude richtig anzusehen. 204 Schiffe stehen bislang auf der Meldeliste, Traditionssegler, Haikutter, Klipper, Zweimaster, Dreimaster, sogar drei Flugboote - darunter ein Nachbau der legendären "Sikorski" aus den USA - sind angekündigt. Es sind nicht so viele Schiffe wie in den vergangen Jahren, dafür ist aber die ein oder andere Neuheit darunter. Die "Star Flyer" wird nicht nur das größte Segelschiff auf der Sail vom 9. bis 12. August. Sie ist auch eines von wenigen Segelkreuzfahrern in dieser Größenordnung auf der Welt. 115,50 Meter ist der Luxussegler lang und wird alle drei Sail-Tage in Warnemünde liegen und jeden Tag aufs Meer fahren, verspricht Holger Bellgardt. Maximal 170 Gäste sind an Bord. Erstmals sind auch der Hamburger Dampfschlepper "Woltman", das 1905 gebaute Dampfschiff "Bussard" aus Kiel und Polarforscher Arved Fuchs mit seinem 1931 gebauten Expeditionsschiff "Dagmar Aaen" dabei. "Wir haben Arved Fuchs seit 1991 eingeladen, in diesem Jahr klappt es", freut sich Bellgardt.

Kommen wird überraschend die russische "Krusenstern", die eigentlich für dieses Jahr bereits abgeschrieben war, weil sie wie mancher andere Traditionssegler zu den Olympischen Spielen in London festgemacht hatte. Jetzt ist der 114 Meter lange Vier-Mast-Rahsegler in Rostock dabei. "Eine Flotte von 200 Schiffen aus zehn Nationen ist allemal ein Ereignis, für das es sich zu kommen lohnt", wirbt Bellgardt. Mit den Olympischen Spielen in London und deren Fernsehübertragungen sowie den dann bereits beendeten Ferien in MV und Brandenburg wird es die Sail in diesem Jahr ohnehin schwerer haben als in den Vorjahren. Dennoch rechnen die Veranstalter wieder mit einem Millionen-Publikum. 30 000 Mitfahrplätze werden angeboten. Die Hälfte ist bereits ausgebucht. Der Etat der Sail beträgt 1,3 Millionen Euro , zu einem Drittel getragen von Sponsoren, zu einem weiteren Drittel von der Hansestadt.

Schon zur Eröffnung verspricht Bellgardt einen besonderen Gast: Bundespräsident Joachim Gauck, der zuvor in der St.-Marien-Kirche den Ehrerbürger-Brief erhält, wird am 9. August um 17. 30 Uhr am Stadthafen dabei sein. Sieben Veranstaltungszentren warten auf die Besucher. Erstmals soll auf Höhe der Yachthafenresidenz Hohe Düne eine Tribüne aufgebaut werden, von der man das Auslaufen der Schiffe beobachten kann. Auch der dortige Marine-Stützpunkt wird seine Tore für Besucher öffnen. Die Fregatte Rheinland-Pfalz lädt am Passagier Kai in Warnemünde zu Open-Ship ein. Eine überragende Premiere im Rostocker Stadthafen hat zudem der Schwimmkran "Langer Heinrich", der nach erforderlicher Reparatur und Rekonstruktion erstmals von den Besuchern der Veranstaltung besichtigt werden kann. Der Schwimmkran gehörte vor 100 Jahren mit einer Hubhöhe von 50 Metern und einer Hakenlast von 100 Tonnen zu den größten der Welt.

"Die Hanse Sail ist mehr als ein Volksfest", sagte Sail-Chef Bellgardt. Mit der Veranstaltung solle auch die Traditionsschifffahrt als europäisches Kulturgut geschützt werden. Und: Die Hanse Sail möchte dieses Jahr aber auch Kunstliebhaber anlocken und zeigt dazu etwa im Rathaus eine Ausstellung des russischen Marinemalers Andrej Tron.

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