Klingendorf: Unfall-Haltestelle soll umgebaut werden

Umbau in die Tiefe: Die Haltestelle soll  jetzt in Richtung des Spielplatzes erweitert werden. Außerdem sollen Poller die Kinder schützen, damit es nicht noch einmal zu einem Unfall kommt. clla
Umbau in die Tiefe: Die Haltestelle soll jetzt in Richtung des Spielplatzes erweitert werden. Außerdem sollen Poller die Kinder schützen, damit es nicht noch einmal zu einem Unfall kommt. clla

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11. September 2012, 08:44 Uhr

Klingendorf | Der Schulbus dreht wie gewohnt seine Runden - eigentlich erinnert an der Klingendorfer Haltestelle fast nichts mehr an den schweren Unfall vor drei Monaten. Damals raste morgens ein Auto in die Haltestelle und verletzte zwei Jungen, einen davon schwer.

Auch wenn vermeintlich Alltag eingekehrt ist, das Geschehen beschäftigt nicht nur die Klingendorfer Kinder und ihre Eltern bis heute. Die Kavelstorfer Ortsteilvertretung beriet jetzt Vorschläge der Gemeinde zur Umverlegung der Haltestelle. Auch Frank Kröchert, Vater des schwer verletzten Jungen, war dabei.

Bei einem Vor-Ort-Termin hatte es Anregungen gegeben, nach einem neuen Standort für die Haltestelle zu suchen. Die aktuelle Lage im Kurven bereich empfinden vor allem die Klingendorfer Eltern als zu gefährlich. Denn die meisten Autofahrer würden sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern halten. "Ich habe dann eine Planerin von der Landgesellschaft damit beauftragt, Varianten zu prüfen", sagt Bürgermeister Axel Wiechmann (CDU). Zwei Möglichkeiten wurden jetzt in der Ortsteil vertretung diskutiert - und verworfen.

Das lag zum einen daran, dass der Bus eine Wendemöglichkeit braucht, die er im Ort nicht hätte, wenn die Haltestelle verändert würde. Außerdem sind Straßen-Ausbaumaßnahmen umlagefähig - das heißt, dass die Anwohner einen Teil der Kosten tragen müssten. "Und eine solche Baumaßnahme braucht Zeit, das hätte mindestens noch ein Dreivierteljahr gedauert", sagt Wiechmann.

Die Ortsteilvertretung einigte sich deshalb zusammen mit dem Bürgermeister darauf, die Haltestelle am Standort zu belassen, aber baulich zu verändern, um sie sicherer zu gestalten. Die dafür nötigen Umbaumaßnahmen hat Wiechmann bereits am Freitag in Auftrag gegeben. "Wir werden das neue Bus-Wartehäuschen auf die derzeitige Spielplatzfläche stellen, also die Haltestelle insgesamt in die Tiefe verlängern", sagt der Bürgermeister. Vorn, an der so genannten Aufstellfläche, sollen Poller beziehungsweise Gitter einen zusätzlichen Aufprallschutz bieten. Außerdem wird die Gemeinde für Klingendorf eine weitere Verkehrsberuhigung beantragen. Zwei solcher Straßenverengungen gibt es bereits am Ortseingang aus Richtung Kavelstorf kommend. Doch während eine solche Maßnahme laut Wiechmann Zeit brauche, kann es mit der Bushaltestelle jetzt unbürokratisch vorwärtsgehen. Denn für die Kosten für das Wartehäuschen und die Pflasterung kommt nach dem Unfall die Versicherung auf. Und der Spielplatz gehöre als Fläche sowieso der Gemeinde. Deshalb hofft nicht nur der Bürgermeister, dass jetzt alles schnell geht. Damit die Kinder nicht nur bei Regen im Trockenen, sondern nach dem schrecklichen Unfall vor allem sicher stehen, wenn sie auf den Schulbus warten.

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