unimedizin : Kleintierforschung gegen Alzheimer

Die PET/CT-Anlage für die bildgebenden Untersuchungsverfahren an Kleintieren zeigt Institutsdirektorin Prof. Brigitte Vollmar dem Staatssekretär des Bildungsministeriums Sebastian Schröder.
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Die PET/CT-Anlage für die bildgebenden Untersuchungsverfahren an Kleintieren zeigt Institutsdirektorin Prof. Brigitte Vollmar dem Staatssekretär des Bildungsministeriums Sebastian Schröder.

Neues Zentrum für multimodale Bildgebung in der Schillingallee eingeweiht

svz.de von
11. Juli 2015, 15:00 Uhr

Der Campus der Unimedizin in der Schillingallee ist seit gestern um ein Forschungszentrum reicher. Mithilfe multimodaler Kleintierbildgebung werden dort künftig Therapiemöglichkeiten bei Erkrankungen wie Alzheimer oder Krebs an Kleintieren wie Mäusen, Ratten und Kaninchen erforscht.

„In der Core Facility – der zentralen Forschungseinrichtung – werden verschiedene Tierversuchsvorhaben durchgeführt“, sagt Prof. Brigitte Vollmar, Direktorin des Instituts für Experimentelle Chirurgie. „Der Fokus liegt auf neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz“, so Vollmar, aber auch onkologische Erkrankungen wie Krebs seien Teil der Forschung.

Die Einrichtung des neuen Zentrums wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und dem Land gefördert. Derzeit sind dort sechs Mitarbeiter beschäftigt – und die Zahl wird noch wachsen, so Prof. Dr. Bernd Krause, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin. Das Zentrum verfügt auf 400 Quadratmetern neben OP- und Tierhaltungsräumen über verschiedene Messräume, ein Sieben-Tesla-MRT, ein Kleintier-CT und ein Kleintier-PET/CT. Das besondere an dem Gerät: Es kombiniert Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und Computertomografie (CT) und ermöglicht einen schnelleren Zugriff auf die Daten.

Tierversuchskritikern entgegnet die Zentrumsleitung: „Das Positive ist, dass die Anzahl der Versuchstiere deutlich reduziert wird“, so Prof. Krause. Durch das neue PET/CT-Gerät würden weniger Tierversuche nötig, weil nicht-invasiv geforscht werde. So werden einzelne Tiere über einen längeren Zeitraum untersucht – an ihnen wird eine Therapie erprobt. Bis potenziell erfolgreiche Therapiemöglichkeiten auf den Menschen übertragen werden können, seien allerdings einige Jahre Forschung nötig, um sichere Methoden gewährleisten zu können, so Krause.

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