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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 11:28 Uhr

Kleingärtner müssen weiter zittern

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 08:47 Uhr

Rostock | Eine plötzliche Erhöhung der Pacht für Kleingärten auf 14,4 Cent pro Quadratmeter ist zu viel - darüber sind sich Verband der Gartenfreunde Rostock, Bürgerschaft und Stadtverwaltung einig. Dennoch musste der Kleingartenverband jetzt erste Rechnungen mit den hohen Beträgen für 2013 an Vereine in Rostock stellen. Viele Kleingärtner fürchten jetzt, dass sie ihre Parzelle nicht mehr halten können. Denn bislang zahlten sie lediglich 6,4 Cent pro Quadratmeter. Hinzu kommt, dass sie durch eine neue Abwasserverordnung ohnehin schon finanziell belastet sind.

Grund dafür, dass der Pachtzins auf einen Schlag so deutlich erhöht werden muss, ist ein bislang ungeklärtes Problem zwischen dem Rostocker Rathaus und dem Innenministerium. Denn wegen der angespannten Haushaltslage darf die Stadt sich keine Einnahmen durch die Lappen gehen lassen - außer das Innenministerium erlaubt es ausdrücklich. "Bislang warten wir allerdings noch auf eine Stellungnahme aus Schwerin", sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Basis für die Erhebung der Kleingartenpacht sind die vom Landwirtschaftsministerium ermittelten Pachtpreise im erwerbsmäßigen Obst- und Gemüseanbau. Und danach müsste Rostock ab sofort 14,4 Cent verlangen.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hatte bereits Ende Juli beim Innenministerium darum gebeten, die Kleingartenpacht stufenweise anheben zu dürfen. So wollte er die nötige Anhebung sozial verträglich gestalten. Die Stadt hätte 2013 dadurch auf insgesamt rund 200 000 Euro verzichtet. "Mit dieser Lösung hätten wir uns einverstanden erklärt", sagt Michael Kretzschmar, Geschäftsführer des Verbandes für Gartenfreunde. Dass auch die Bürgerschaft hinter dieser stufenweisen Erhöhung steht, bekräftigte sie mit einem Beschluss am Mittwoch. Außerdem legte sie fest, dass bis zu einer neuen Vereinbarung ein Pachtzins von zehn Cent pro Quadratmeter gelten soll. Das entspricht der geplanten ersten Erhöhungsstufe und war von der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 vorgeschlagen worden. "Das Rathaus prüft jetzt, ob es rechtmäßig ist, diesen Beschluss umzusetzen", sagt Kunze.

Bis es eine endgültige Lösung gibt, der auch das Innenministerium zustimmt, sieht sich der Verband der Gartenfreunde jedoch weiter gezwungen, an den hohen Rechnungen festzuhalten. "Die Vereine müssen bis Ende des Monats an uns zahlen, damit wir wiederum unsere Zahlungsfrist am Jahresende halten können", sagt Kretzschmar. Er versichert: "Sobald es einen neuen Stand mit niedrigeren Sätzen gibt, wird es neue Rechnungen oder Gutschriften geben."

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