Rostock : Kleingärtner kritisieren Planungen

Groter Pohl (l.): wird begrenzt von Erich-Schlesinger Straße, Südring und Bahngleisen. Der Pulverturm (r.) wird begrenzt von Albert-Einstein-Straße, Max-Planck-Straße, Max-von-Laue-Straße und Südring. Hellrote Flächen sollen für Wohnen vorgehalten werden, grüne sind öffentliche Grünflächen, orange für Einrichtungen der Forschung, Technologie (Groter Pohl) oder Universität und studentisches Wohnen (Pulverturm) vorgesehen, violett stellen Gemeinbedarfsflächen, dunkelgrau Gewerbe- beziehungsweise Parkgebiet dar. Fotos: BSD
1 von 2
Groter Pohl (l.): wird begrenzt von Erich-Schlesinger Straße, Südring und Bahngleisen. Hellrote Flächen sollen für Wohnen vorgehalten werden, grüne sind öffentliche Grünflächen, orange für Einrichtungen der Forschung, Technologie (Groter Pohl) oder Universität und studentisches Wohnen (Pulverturm) vorgesehen, violett stellen Gemeinbedarfsflächen, dunkelgrau Gewerbe- beziehungsweise Parkgebiet dar. Fotos: BSD

Im Ortsbeirat werden die Bau-Ideen vorgestellt, aber Anwohner zweifeln an schneller Umsetzung und klagen über entstandene Probleme.

von
09. Juni 2018, 05:00 Uhr

In der Südstadt gibt es noch starke Unsicherheiten – was wird mit der Bebauung des Gebietes Pulverturm und Groter Pohl auf sie zukommen? Mehrere Kleingartenanlagen mussten dafür Parzellen aufgeben. Im Ortsbeirat stellten Reinhard Böhm von der BSD Stadt & Dorfplanung GbR, Thorsten Hortig vom Stadtplanungsamt und Matthias Horn, Referent für Stadtentwicklungsfragen im Büro des OB, die Projekte vor. Kleingärtner machten sich Luft.

Groter Pohl

Für das Gebiet Groter Pohl, jetzt Wohnen und Sondergebiet am Südring, liegt der Vorentwurf des Bebauungsplans vor. Dort sind vier Kleingartenanlagen betroffen. Entstehen soll, so von Böhm ausgeführt, perspektivisch ein Mix aus 700 Wohneinheiten in Vier- bis Sechsgeschossern (in den Ecken auch Achtgeschosser), Raum für die Kreativwirtschaft, Einrichtungen für Forschung und Technolgie, ein Kindergarten und eine Schule für 800 Erst- bis Zwölftklässler.

„Vom Schulamt gab es eine Bedarfsmeldung“, sagt Horn. Der Interkulturelle Garten solle eine Fläche kriegen, die Moschee muss komplett woanders hin. Ende 2018 soll der Entwurf für die Planung vorgestellt werden. „Unser Ziel ist es, in der zweiten Jahreshälfte nächsten Jahres zu beginnen“, erklärt Horn.

Pulverturm

Das Sondergebiet Studieren und Wohnen beim Pulverturm sei „ein bisschen mit Zeit“ zu behandeln, sagt Horn, „der Grote Pohl geht vor“. Auch hier steht der Vorentwurf für den B-Plan. „Das Plangebiet besteht überwiegend aus Kleingartenanlagen“, so Böhm. Der obere Gürtel soll für Einrichtungen der Uni vorgehalten werden. Das studentische Wohnen soll erweitert werden und Kopfbauten von bis zu acht Geschossen bekommen.

Im Wohngebiet entstehen in Vier- bis Fünfgeschossern rund 200 Wohnungen. Problematisch noch: „In diesem Gebiet sind die Eigentumsverhältnisse so zersplittert“, sagt Ortsbeiratsleiterin Kristin Schröder (Linke). Teile gehören der Ospa, andere der Stadt, Privaten, ... Aktuell würde zu den Eigentumsverhältnissen verhandelt, so Böhm.

Kleingärten stehen leer

Kleingärtner und Anwohner zeigten nur wenig Wohlwollen, sorgten sich um die Lautstärke, zu starke Versieglung der Flächen und „dass das alles noch ewig dauert“. Dabei seien die Kleingärtner hochgeschreckt worden. Der Vorsitzende der Kleingartenanlage Dwarsweg beispielsweise zeigte sich sehr empört. 28 Gärten habe eine GmbH gekauft, 23 Pächter seien auf Empfehlung von Horn bereit aufzugeben, 30 warten auf Kündigung. „Die Stadt hat bis heute nichts übernommen“, sagt er. In der Anlage Primelweg seien 38 Gärten geräumt.

Problem der Gärtner vieler Anlagen: Die Gärten sind zwar freiwillig aufgegeben, aber von der Stadt noch nicht übernommen, Entschädigungen noch nicht gezahlt, verlassene Gärten wuchern völlig zu. Laut Horn können die Gärtner, nachdem sie signalisiert haben aufzugeben, in ihren Gärten bleiben. Er hätte nur zur freiwilligen Aufgabe geraten, damit sie das 1,3-Fache der Entschädigungssumme bekommen. Die Gärtner waren empört, dass sei ihnen so nicht gesagt worden, einige hätten sich bereits einen neuen Garten angeschafft und hätten nun zwei.

Kristin Schröder will das Grünamt bitten, den Grünschnitt in den leeren Gärten zu übernehmen, bis es vorangeht. Horn erteilte außerdem den Anwesenden die Erlaubnis, in nun mittlerweile städtische Gärten, die mit Betreten verboten gekennzeichnet sind, zu gehen. „Rechtlich beklauen sie uns, aber wenn sie da ernten wollen, tun sie es.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen