Städtebau : Kleines Haus zieht den Kürzeren

Kleines Haus in der Rostocker Stadtmitte: Seit Jahren ist nichts passiert
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Kleines Haus in der Rostocker Stadtmitte: Seit Jahren ist nichts passiert

Rostock setzt Prioritäten neu / Vorrang bekommt ein Rathausanbau

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31. August 2015, 08:00 Uhr

Der Bau- und Planungsausschuss der Bürgerschaft stimmt am Dienstag über die geänderte Prioriätenliste für den Städtebau ab 2016 ab. Statt des Kleinen Hauses hat sich die Verwaltung selbst auf Platz eins gesetzt. Der Neubau eines Verwaltungskomplexes An der Hege 9 soll für zehn Millionen Euro umgesetzt werden. Der Hochbau ist der erste Bestandteil der Bebauung der Nordkante des Neuen Markts. Eine Studie hatte ergeben, dass das Umfeld des Marktes geeignet ist, den Verwaltungsstandort aufzustocken.

Zweite Priorität in der Liste, die das Bauamt erstellt hat: das Kleine Haus, gefolgt von der Wallstraße und der Toilettenanlage am Neuen Markt. In der Liste „sollen die Einzelmaßnahmen in der Rang- und Reihenfolge aufgeführt werden, wie sie für die Umsetzung der Stadterneuerung wichtig sind“, heißt es aus dem Bauamt. Die Liste fordert das Landesbauministerium mit dem Antrag auf Städtebaufördermittel ein.

Beim Dauerprojekt Kleines Haus in der Eselföterstraße hofft auch Bauamtsleiterin Ines Gründel, dass es vorangeht. „Die Gelder können wir nicht ewig vorhalten“, so Gründel. Die Kosten sind mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt, 300 000 Euro sollen aus Städtebaufördermitteln kommen. Das Haus soll bis 2018 zum Wohn- und Geschäftshaus werden. Der Bauantrag ist gestellt. Der Bauherr habe aber noch Veränderungswünsche, so die Bauamtsleiterin. Der Brandschutz werde geprüft, die Zustimmung der Nachbarn läge vor.

Für 1,2 Millionen Euro sollen um das Areal Rosengarten neue Straßen erschlossen werden – zwischen 2016 und 2018. Für 588 000 Euro soll am Güterbahnhof gebaut werden. Nicht auf der Liste ist der Ausbau des Gebäudes in der August-Bebel-Straße 1 zum Museum für Kunst- und Kulturgeschichte. Das Land würde hälftig nur 4,5 Millionen Euro Gesamtkosten mittragen. Das Bauamt beziffert die nötige Summe aber mit 7,5 Millionen Euro. „Das wäre über Fördermittel nicht finanzierbar“, sagt Detlef Kurnoth vom Bauamt. Aufgrund der Lücke und der schwierigen Haushaltssituation durch versäumten Altschuldenabbau liegt das Großprojekt brach. Stattdessen soll das Gebäude an das Land verkauft werden, um dort das geplante Archäologische Landesmuseum einzurichten.

Geführt wird auch der Theaterneubau mit maximal 50 Millionen Euro Baukosten. Die Realisierung ist für 2018 und in den Folgejahren angestrebt. Insgesamt sind 36 Maßnahmen auf 150 Hektar gelistet. Die Prioritätenliste wird jährlich aktualisiert, aber nur ein geringer Teil kann umgesetzt werden. Laufende Maßnahmen wie die Wallanlagen werden auch noch geführt. Die endgültige Entscheidung über die Dringlichkeit der Sanierungen trifft am 9. September die Bürgerschaft.

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