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Liebling der Urlauber : Kleiner Seehund sonnt sich in Warnemünde

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Dieser kleine Seehund hat einen Ausflug nach Warnemünde unternommen. Dort aalte er sich gestern nahe der Mole auf einem Stein. In jüngster Zeit sind vermehrt frei lebende Tiere in unserer Region zu sehen.

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erstellt am 05.Sep.2013 | 07:32 Uhr

Warnemünde | Ein kleiner Seehund fasziniert in Warnemünde momentan die Urlauber. Er liegt auf den Steinen, nahe der Mole auf einer Schräge, ziemlich mittig am Wasser. Wie die Menschen an Land auch genießt er die Sonnenstrahlen. "Für mich sieht das ganz nach dem Seehund aus, den wir vergangene Woche am grünen Leuchtfeuer an der Warnow-Einfahrt gesehen haben", sagt Lars Miersch von der Robbenstation in Hohe Düne. Der Physiker arbeitet Marine Science Center (MSC). "Der Seehund ist schätzungsweise ein bis zwei Jahre alt und in bester Verfassung", sagt er. Da der Anblick von wild lebenden Robben oder Seehunden hier eher selten ist, bekommen die Wissenschaftler der Robbenstation in Hohe Düne oft Meldungen über scheinbar verletzte oder vermeintlich gestrandete Robben. "In 99 Prozent aller Fälle handelt es sich einfach nur um Robben, die ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: auf dem Strand oder auf einem Felsen in der Sonne liegen", sagt Miersch. In den vergangenen Jahren sind vermehrt Seehunde und Kegelrobben am Strand und im Wasser aufgetaucht. "Robben sind nicht gerade ortstreu und legen im Jahresverlauf ziemlich weite Strecken zurück", sagt Miersch. Das kann mit dem Nahrungsaufkommen zusammenhängen, muss es aber auch nicht.

Im Marine Science Center arbeiten die Wissenschaftler gerade an einer Neuheit: "Bei uns ist gerade eine neue schallgedämmte Akustik-Experimentierkammer fertiggestellt worden", sagt Miersch und ergänzt: "Darin wollen wir das Hörvermögen und die Fähigkeit der Tiere, Schallquellen zu orten, untersuchen." Mit einer Kamera sollen diese Experimente, die in das tägliche Trainingsprogramm integriert werden, auf die Infobildschirme des MSC für die Besucher übertragen werden. Mit der Fertigstellung der zwei mal vier Meter großen Kammer mit einem Schieber, durch den die Tiere hineingelangen können, wird erst zur nächsten Saison begonnen.

Dass der Seehund an seinem Warnemünder Sonnenplatz nicht so gern Krach mag, war gestern bei der Einfahrt der Korvette "Braunschweig" zu beobachten: Bei den lauten Böllerschüssen floh der Kleine ins Wasser und suchte das Weite. Wer keine frei lebenden Robben oder Seehunde entdeckt, kann die Robbenstation des MSC auf der Ostmole besuchen. Sie ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr und im November von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Letzter Einlass ist 16 Uhr. Die Experimente laufen den ganzen Tag. Wünsche für Führungen sollten zuvor bei den Wissenschaftlern angemeldet werden.

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