Kleine Gärten für alle Nationen

Hobbygärtnerin Natalia Dubrovina hat in der Erich-Schlesinger-Straße ein kleines Stückchen Land. Von ihren thailändischen Nachbarn  bekommt sie wertvolle Tipps zum Korianderanbau.Georg Scharnweber
Hobbygärtnerin Natalia Dubrovina hat in der Erich-Schlesinger-Straße ein kleines Stückchen Land. Von ihren thailändischen Nachbarn bekommt sie wertvolle Tipps zum Korianderanbau.Georg Scharnweber

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23. September 2012, 04:46 Uhr

Südstadt | Einen kleinen Garten mitten in der Stadt hat Natalia Dubrovina (39) seit Juli ganz für sich allein. Sie ist eines der 60 Mitglieder des Interkuturellen Gartens. Menschen aus 22 verschied enen Nationen bewirtschaften aktuell beim Projekt des Ökohauses in der Erich-Schlesinger-Straße 21a 39 Parzellen.

Stadt erwägt Umzug in Nobelstraße

Für die Chemikerin aus Russland ist das Kleingärtnern der ideale Ausgleich zu ihrer Arbeit an der Rostocker Uni. Auch Kana Fujimoto (29) aus Japan hat eine kleine Parzelle, erntet Kohlrabi und Petersilie. Sie studiert Bildungswissenschaften an der Uni Rostock. Sie schätzt den Ausgleich mit ihren vielen Gartennachbarn, die Ernte der Gemeinschaftsflächen und Feste. Im Gegenzug zahlt sie nur einen geringen monatlichen Mitgliedsbeitrag. Das Projekt gibt es seit zweieinhalb Jahren. Seit März dieses Jahres wird in der Erich-Schlesinger-Straße auf 2000 Quadratmetern gegärtnert. Die Fläche stellt die Hanseatische Weiterbildungs- und Beschäftigungsgemeinschaft Rostock GmbH (HWBR) zur Verfügung. Sie hat dort selbst 25 000 Quadratmeter über einen Nutzungsvertrag von der Stadt bekommen, um dort auszubilden und Maßnahmenteilnehmer einzubinden. Für den Interkulturellen Garten sollte es dort eigentlich nur eine Übergangslösung sein, wie Regine Staiger, Projektkoordinatorin vom Ökohaus erklärt. Ursprünglich wollten sie sich in Evershagen niederlassen, stießen aber bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe für das integrative Projekt. Ganz anders in der Südstadt: Hier will die Stadt in der Nobelstraße eine Fläche zur Verfügung stellen. Der Ortsbeirat zeigte sich einverstanden und auch die dortigen Kleingärtner haben kein Problem mit den neuen Nachbarn, sagt Integrationsbeauftragte Stephanie Nelles. Die Stadt hat ein Bodengutachten bei der Uni in Auftrag gegeben, um zu prüfen, ob sich die Fläche eignet. "Ab Frühjahr könnte es theoretisch losgehen", meint Nelles. Da gibt es nur ein Problem: "Unsere Priorität ist, zu bleiben", erklärt Staiger. Sie, die Ehrenamtler und vor allem die Kleingärtner fühlten sich wohl. Ihnen wäre es am liebsten, wenn aus der Übergangslösung eine Dauerlösung würde. Für das kommende Jahr steht dem scheinbar nichts entgegen. "Wir haben kein Problem damit, den Vertrag mit dem Ökohaus zu verlängern", sagt Bernd Troppens von der HWBR. Da es seit Jahren schon Pläne der Stadt für eine anderweitige Nutzung der Fläche gibt, weiß die HWBR aber selbst nicht, wie lange sie noch bleiben kann.

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