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Verein in Not : Kleine Eisprinzessinnen suchen neue Trainer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ehrenamtliche brauchen Nachfolger / Schnupperkurse sollen Interesse bei jungen Sportlern wecken

Popmusik aus den 90ern und 2000ern dröhnt aus dem tragbaren Radio hinter der Bande. Nebenan trainieren ein paar in dicke Schutzkleidung eingepackte Jungs mit Puck und Schlägern – der Nachwuchs des Rostocker Eishockey-Clubs. „Los geht’s, meine Damen“, ruft Gerhild Höppner durch die Eishalle. Jeden Montag und Freitag findet dort für Mädchen ab dem Vorschulalter ein 45-minütiger Schnupperkurs des Rostocker Eiskunstlaufvereins (REV) statt. „Zuerst lernen wir Bremsen und Slalom laufen“, sagt die achtjährige Xenia und zeigt auf die gelben Leuchtkegel auf dem Eis. Auch die wellenförmige Bewegung vorwärts sowie rückwärts klappe bei ihr schon ganz gut.


Von ersten Kurven bis in die Kürklassen


„Im Schnupperkurs sehen wir uns genau an, wie weit die Kinder schon sind“, sagt Barbara Cornelius. Die Vizevorsitzende des Schul- und Sportausschusses der Hansestadt unterstützt Gerhild Höppner bei der ehrenamtlichen Arbeit mit dem Nachwuchs. Manche Mädchen seien noch sehr zaghaft auf dem Eis unterwegs, andere widerum nähmen sofort Geschwindigkeit auf und liefen enthusiastisch drauflos. „Nach einigen Wochen im Schnupperkurs stufen wir sie dann in die festen Gruppen ein, wenn sie gern weitermachen wollen“, sagt Cornelius. In denen trainieren sie dann intensiv verschiedene Figuren und Laufübungen, um die Prüfungen in den entsprechenden Kürklasse ablegen und bestehen zu können.

Im REV trainieren Mädchen vom Vorschulalter bis Anfang Zwanzig. Doch die Eiskunstlaufdamen haben ein Problem: Es fehlt ihnen an Nachwuchs. Und zwar nicht nur an potenziellen Eisprinzesinnen, sondern auch an Trainerinnen. „Man muss bedenken, dass wir beide inzwischen scharf auf die 70 zugehen“, sagt Barbara Cornelius. „Viele der älteren Mädchen beginnen eine Ausbildung und haben nur noch wenig Zeit, um selbst zu laufen oder den jüngeren etwas beizubringen“, so die Ehrenamtliche.


Engagierte üben mit dem Nachwuchs


Momentan üben die Mädchen aus dem Schnupperkurs gerade beim Übersetzen, auf einem Bein das Gleichgewicht zu halten und während der Fahrt in die Hocke zu gehen. „Das ist ziemlich schwer“, findet Grundschülerin Xenia. Während der nächsten Trainingseinheiten will die kleine Rostockerin aber auch diese Übung perfektionieren. „Wir sind darauf angewiesen, dass es weiterhin ehrenamtlich Engagierte gibt, die den Nachwuchs trainieren und den Verein weiterleben lassen“, sagt Cornelius. Sollte sich niemand finden, müsse der Eiskunstlaufbetrieb letztlich zwangsläufig eingestellt werden.

Kontakt: Rostocker Eiskunstlauf Verein, Eishalle Rostock, Schillingallee 51 oder per E-Mail an: info@eiskunstlauf-rostock.de


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