Prozess gegen Volkssolidarität : Kläger vor VS-Prozess zuversichtlich

<strong>Von den 1600 betroffenen</strong> Anlegern haben wegen Verjährung nur noch einige hundert Schadensersatzansprüche.<foto>dpa</foto>
Von den 1600 betroffenen Anlegern haben wegen Verjährung nur noch einige hundert Schadensersatzansprüche.dpa

Die Verbraucherschutzzentrale MV zeigt sich vor Beginn des Zivilverfahrens gegen die Volkssolidarität zuversichtlich, dass die geschädigten Kleinanleger entschädigt werden können. Der Prozess beginnt am 31. Januar.

svz.de von
15. Januar 2013, 06:13 Uhr

Rostock | Die Verbraucherschutzzentrale MV zeigt sich vor Beginn des Zivilverfahrens gegen die Wohlfahrtsorganisation Volkssolidarität (VS) zuversichtlich, dass die betroffenen Kleinanleger entschädigt werden können. Vor dem Landgericht Rostock klagen vom 31. Januar an vier der insgesamt rund 1600 Geschädigten nach Gerichtsangaben gegen zwei Kreisverbände, den Landes- und den Bundesverband der Volkssolidarität. "Wir wären froh, wenn das Verfahren bis Sommer zur Entscheidung kommt", sagt Jürgen Fischer, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. In zwei Immobilienfonds der Kreisverbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land sollen zwischen 2001 und 2009 durch ein Schneeballsystem 9,5 Millionen Euro versickert sein. Mit deren Insolvenz verloren viele meist ältere Menschen ihre Anlage. "Es ist schade, dass für einen Großteil der Geschädigten die Ansprüche verjährt sind", sagt Fischer. Die Verjährung sei mit Ende des Jahres 2012 eingetreten. Es gebe Geschädigte, die ihre gesamten finanziellen Reserven verloren haben, davon seien auch vielfach deren Kinder und Enkel betroffen. Zum Teil seien die Betroffenen selbst bereits verstorben.

Von den etwa 1600 Geschädigten habe sich nur die Hälfte an die Verbraucherschutzzentrale gewandt. Fischer geht davon aus, dass es inzwischen insgesamt weniger als 100 Menschen seien, die noch Chancen auf Entschädigung haben. Bei den vier Klagen handele es sich um Musterklagen, die Schadenssummen lägen zwischen 15 000 und 70 000 Euro. Es sei auch nicht auszuschließen, dass es wegen der nur noch geringen Zahl an Geschädigten mit nicht verjährten Ansprüchen zu einem raschen Vergleich komme.

Neben der Hilfe durch die Verbraucherzentrale haben sich rund 330 Betroffene im Interessenverband der Geschädigten von Volkssolidarität-Geldanlagen (IVG) zusammengeschlossen. Auch sie warten mit Spannung auf die Gerichtsurteile.

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