rostock : Kita besteht auf ihrem Spielplatz

Die Rutsche und knapp die Hälfte ihrer Spielfläche müssten Erzieherin Kerstin Sklaschus (l.), Leentje, Greta, Thea und Melika (v.o.) und Kita-Leiterin Sandra Schmidt in der Bauphase einbüßen.
Die Rutsche und knapp die Hälfte ihrer Spielfläche müssten Erzieherin Kerstin Sklaschus (l.), Leentje, Greta, Thea und Melika (v.o.) und Kita-Leiterin Sandra Schmidt in der Bauphase einbüßen.

Bauarbeiten auf Nachbargrundstück dürfen Wohl der Kinder nicht gefährden / KOE verlängert Mietvertrag

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09. Juni 2015, 15:00 Uhr

Vor einem verfrühten Auszug aus der Villa in der Schliemannstraße müssen die Kinder und Erzieher der Montessori-Kita nicht mehr bangen. Denn den Mietvertrag hat der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) verlängert, bis das neue Gebäude fertig ist. „Wir sind froh, dass wir jetzt mit Sicherheit wissen, hier bleiben zu können und nicht in einen Container umziehen zu müssen“, so Kita-Leiterin Sandra Schmidt.

Ursprünglich sollten sie bereits 2013 in eine modernere Einrichtung umziehen, doch sie bekommen erst dann ein neues Gebäude, wenn die Kita Spielhaus in der Thierfelder Straße saniert wurde. „Es ist nicht nur der fehlende Platz, sondern auch die nicht mehr zeitgemäße Ausstattung“, bemängelt Schmidt. Die mehrstöckige Villa entspreche zudem nicht mehr den heutigen Standards, so die Erzieherin.

„Baubeginn für das neue Spielhaus ist noch in diesem Jahr“, sagt KOE-Sprecher Nico Seefeldt. Die Montessori-Kita kann demnach erst 2017 mit ihrem neuen Gebäude in der Thierfelderstraße rechnen. Die Sanierungskosten für beide liegen bei etwa zwei Millionen Euro.

Bis dahin müssen die 52 Kinder in der Schliemannstraße bleiben. Das Problem: Auch auf dem Nachbargrundstück soll gebaut werden. Dazu müssten die Maschinen auf die Außenfläche und damit den Spielplatz der Kita zugreifen. 52 Kinder würden dann auf knapp 200 Quadratmetern spielen. Nicht erlaubt, wenn es nach den Vorschriften geht. „Vorgeschrieben sind zwölf Quadratmeter Außenfläche pro Kind“, sagt Schmidt. „Außerdem wären die Unfallgefahr und Lärmbelästigung viel zu groß.“

Unverständnis aufseiten der Grundstückseigentümer: „Wir wollen nicht die Bösen sein“, sagt Mirko Dobermann. Aber wenn sie die Spielfläche während der Bauphase nicht nutzen dürften, würden sich Bauzeit und -kosten um ein Vielfaches erhöhen, so Dobermann.

Für die Mitarbeiter der Kita völlig ausgeschlossen. „Wir haben hier Bestandsschutz, der schon seit DDR-Zeiten besteht“, sagt Erzieherin Kerstin Sklaschus. Zur Gründungszeit sei bereits der Kindergarten der RSAG im Haus gewesen und auch die Spielfläche vor dem Nachbargrundstück wurde mitgenutzt, so Sklaschus.

Um alle Parteien zufriedenzustellen, muss die Sanierung der Kitas schnellstmöglich abgeschlossen werden. „Wir haben großes Interesse daran, die Bauarbeiten zügig zu begehen“, sagt Andreas Rieck, technischer Leiter des KOE. Bis dahin scheint die Schlichtung des Streits in ferner Zukunft zu liegen.

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