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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 18:51 Uhr

Warnemünde : Kippen am Strand den Kampf ansagen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vielfältige Aktionen sollen Umweltbewusstsein stärken

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Den Kippen am Strand soll es künftig an den Kragen gehen. „Gerade das Celluloseacetat in den Zigarettenfiltern lässt sich nicht biologisch abbauen, ist Sondermüll und stellt eine Gefahr für die Tier- und Pflanzenwelt der Ostsee dar“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Deshalb wurden im vergangenen Jahr als Pilotprojekt fünf Ostsee-Ascher aufgestellt. „Wir wollen versuchen, im kommenden Jahr weitere fünf Exemplare zu installieren“, kündigt Nardine Stybel an, Geschäftsführerin der EUCC Die Küsten Union Deutschland.

Inzwischen liegen die ersten Ergebnisse des Pilotprojektes vor. Insgesamt wurden an fünf Standorten 8746 Kippen zwischen Strandaufgang 27 und Teepott entfernt. Davon waren 4908 am Strand und 3838 in den Ostseee-Aschern. Die Untersuchung hat ergeben, dass dort, wo die Ascher stehen, Raucher weniger von diesem Sondermüll im Sand entsorgen.

Um Kippen komplett zu vermeiden, gibt es in der Tourismuszentrale und bei Gewerbetreibenden am Strand 2000 kleine Strand-Ascher, um die Glimmstängel darin zu sammeln. „Die Reduzierung von Müll an den Stränden und Meeren gehört zu den wichtigsten Herausforderungen“, betont Tourismusdirektor Matthias Fromm. Statt Plastiktüten gibt es Postkarten in der Tourismuszentrale mit der bewusst so formulierten Aufschrift „Kein Plastik bei die Fische“. Neu ist auch eine Elektro-Reinigungsmaschine, die auf der Promenade und auf den Wanderwegen im Weststrand eingesetzt wird.

Die Menge des insgesamt gesammelten Mülls beträgt im Sommer etwa drei Tonnen täglich. Der größte Teil der Verschmutzung des Strandes entsteht durch Verpackungsmüll. Das ist das nächste Kapitel, das Umweltsenator Matthäus am Herzen liegt. „Ich plädiere für wiederverwertbare Cafe-to-go-Becher“, sagt er. Außerdem möchte er Gewerbetreibende dazu bewegen, kompostierbare Einwegartikel statt Plastikgeschirr zu verwenden. Bei Plastik bestünde die Gefahr, dass Mikropartikel im Meer und so wieder in der Nahrungskette landen.

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