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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 11:27 Uhr

Kinderschützer schlagen Alarm

vom

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2012 | 06:06 Uhr

Rostock | Kinder in Rostock sind immer häufiger in ihrem Wohlergehen gefährdet. Allein im ersten Halbjahr 2012 gingen fast 400 Hinweise im Amt für Jugend und Soziales ein. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2011 waren es lediglich 250. "Diese Entwicklung sehen wir mit großer Sorge", sagt die kommissarische Amtsleiterin Anja Lachmann. Erschreckend sei vor allem, dass mehr als 170 der Hinweise von ihren Mitarbeitern bestätigt wurden. Sind die Kinder und Jugendlichen akut gefährdet, sei das Jugendamt verpflichtet, die Inobhutnahme anzuordnen. Im ersten Halbjahr 2012 waren davon 75 Kinder und Jugendliche betroffen - ein leichter Rückgang gegenüber dem Bezugszeitraum des Vorjahres.

Lachmanns Chefin, Sozialsenatorin Dr. Liane Melzer (SPD), führt die zunehmenden Hinweise auch auf eine erhöhte Aufmerksamkeit innerhalb der Bevölkerung zurück. Es werde genauer hingeschaut. "Da sind wir froh drüber - trotzdem bleibt immer die Angst, das irgendetwas übersehen wird", so Melzer. Die Überprüfung eingegangener Hinweise habe absoluten Vorrang vor allen anderen Aufgaben im Amt - unabhängig vom knappen Personalstand. "Das muss unbedingt so sein", sagt Melzer.

Eine der ersten Kontaktstellen ist häufig die von den Mitarbeitern des Rostocker Kinder- und Jugendnotdienstes besetzte landesweite Kinderschutzhotline. Unter der kostenlosen Rufnummer gehen Hinweise von Nachbarn, Ärzten, Lehrern oder auch Schulsozialarbeitern ein. Etwa, wenn sie unerklärliche blaue Flecken, Knochenbrüche oder andere Auffälligkeiten an den Kindern entdeckt haben. "Je kleiner das Kind ist, desto schneller reagieren wir", sagt die Hotline-Verantwortliche Maren Tesch. Ihrer Erfahrung nach seien alle Gesellschaftsschichten von Erziehungsproblemen betroffen.

"Unsere Aufgabe ist das Aufnehmen, Beurteilen und Weiterleiten", sagt Tesch. Daneben kümmert ihr Team sich aber auch um in Obhut genommene Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 17 Jahren. Dafür stehen ihnen zehn Plätze in der Aufnahmestelle in Toitenwinkel zur Verfügung. Die seien aber nur eine Übergangslösung, so Tesch.

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