Kinderschänder muss vier Jahre in Haft

Mindestens zweimal hat Mathias H. seine Tochter missbraucht.geos
Mindestens zweimal hat Mathias H. seine Tochter missbraucht.geos

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24. Mai 2012, 10:09 Uhr

Rostock | Für das Gericht bestehen keine Zweifel: Mathias H. hat im Herbst 2011 seine damals vierjährige Tochter sexuell missbraucht. Dafür schickt es den 28-jährigen Kaufmann vier Jahre ins Gefängnis. Laut Gericht zwang der Angeklagte seine Tochter dazu, sich mit ihm Kinderpornos anzusehen und die Szenen dann mit ihm nachzumachen. Ans Licht kamen seine Vergehen, als die Tochter ihrer Mutter von den Vorfällen erzählte.

Die Eltern hatten sich schon 2008 getrennt, kurz nach der Geburt des Mädchens. Beide erhielten das Sorgerecht zugesprochen - bis zum November 2011. Da erzählte die inzwischen Fünfjährige ihrer Mutter von einem Geheimnis, das sie mit ihrem Vater habe. Sie hätte auf seinem Laptop einen ausländischen Film gesehen und dann sollte sie das, was sie gesehen habe, mit dem Vater nachmachen. Die Mutter erstattete Anzeige gegen Mathias H. Eine Hausdurchsuchung bei ihm brachte eine Vielzahl von Kinderpornos zu Tage. Am 25. November 2011 wurde er festgenommen.

In der Urteilsbegründung ging der Vorsitzende Richter gestern von zwei sexuellen Handlungen aus, ließ aber durchblicken, dass das vermutlich keine Einzelfälle waren. Da der Angeklagte erst in letzter Minute so etwas Ähnliches wie ein Geständnis ablegte, jedoch darauf bedacht war, seine Handlungen herunterzuspielen, musste die Fünfjährige in den Zeugenstand. "Das Kind ist glaubwürdig. Daran gibt es überhaupt keine Zweifel", stellte der Richter fest. Das hätten die Ermittlungen ergeben, die von Vernehmungsbeamtinnen vorgenommen wurden, die seit Jahren in diesem Bereich tätig sind. Es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass dem Kind etwas "eingetrichtert" worden sei.

Das Gericht wies die Annahme eines minderschweren Falles zurück. Ein Strafmaß von drei bis fünf Jahren sei für eine solche Tat schon gemildert. Es rechnete dem Angeklagten zugute, dass er nicht vorbestraft ist, dem Kind gegenüber keine Gewalt angewendet habe und sich schon eine lange Zeit in Haft befindet. Als strafverschärfend wirkten sich das junge Alter des Opfers, der Missbrauch des Vertrauens von Kind und Mutter sowie die steigende Aggressivität der Handlungen aus.

Wenn dem Vorsitzenden Richter auch bekannt ist, dass es für den Angeklagten in der Haft nicht gerade leicht sein werde - denn Kinderschänder werden von den Mitgefangenen diskriminiert - so gab er ihm doch den Rat, in den vier Jahren über seine Taten nachzudenken. Bis jetzt habe er das offensichtlich nicht getan. Die Staatsanwältin hatte vier Jahre und acht Monate Haft beantragt, der Verteidiger legte die Strafhöhe in die Hände des Gerichts. Allerdings forderte er eine Strafe, die noch auf Bewährung ausgesetzt werden könnte.

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