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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. September 2017 | 00:28 Uhr

Flüchtlingshilfe : Kinder werden zu Artisten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sanitzer Netzwerk veranstaltet 3. Groß Lüsewitzer Begegnungswoche. Zirkusprojekt für Nachwuchs aus Flüchtlingsfamilien und Gemeinde #wirkoennenrichtig

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erstellt am 15.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Mit einem Ausflug nach Broderstorf startet heute die 3. Groß Lüsewitzer Begegnungswoche, die das 2014 gegründete Netzwerk Neue Nachbarn ins Leben gerufen hat. „Ziel des Netzwerkes war und ist es, die vor etwa drei Jahren hier nach Groß Lüsewitz gezogenen Flüchtlingsfamilien besser zu integrieren und einzugewöhnen“, sagt Martina Frahm von den Neuen Nachbarn. Und diese Tage bilden quasi den Höhepunkt. Denn Kinder aus der Gemeinde, sowohl aus ausländischen als auch einheimischen Familien, können sich beim gemeinsamen Spielen, Musizieren und Sporttreiben besser kennenlernen und zusammen Spaß haben.

„In diesem Jahr werden wir zusammen Zirkus machen. Wir haben auch eine Musiktherapeutin dabei“, erklärt Frahm. Rund 35 Kinder nehmen an dem Projekt teil, das von der Landeszentrale für politische Bildung finanziell unterstützt wird und unter dem Dach der Evangelischen Kirchengemeinde Sanitz stattfindet. „Es sind zwar nicht mehr so viele Flüchtlinge hier in Groß Lüsewitz, aber es gibt genügend Kinder, die dieses Angebot gebrauchen können“, sagt die Mitgründerin des Netzwerkes. Pro Tag wird ein Euro Teilnahmebeitrag veranschlagt. Dafür können sich die Kinder auf vier spannende Tage freuen.

Gleich zu Beginn steht ein Ausflug auf einen Bauernhof nach Broderstorf auf dem Programm. „Hier erfahren die Kinder, wie aus Korn Brot gemacht wird“, so Frahm. Außerdem wird der erste Tag dazu genutzt, sich besser kennenzulernen. Anfängliche Sprachbarrieren wie bei der ersten Auflage 2015 gebe es laut Frahm jetzt kaum noch. Ab morgen werden die jungen Teilnehmer dann in der Sporthalle in Groß Lüsewitz zu Clowns, Akrobaten und Artisten. „Alle Kinder werden in dieses Projekt mit integriert. Entweder sie üben etwas ein oder erhalten eine andere Aufgabe“, weiß Frahm. Das Ergebnis präsentieren die Jungen und Mädchen am Sonnabend in einer großen Zirkusshow. Diese beginnt um 15 Uhr in der Sporthalle I in Sanitz. Auch Familienministerin Stefanie Drese (SPD) wird als Gast erwartet. Sie konnte als Schirmherrin für die Begegnungswoche gewonnen werden.

Während die Kinder sich tagsüber dem Zirkusprojekt widmen, wird heute auch ein Abend für die Frauen organisiert. Um 19 Uhr gibt es im Groß Lüsewitzer Dorfgemeinschaftshaus „Kulturelle und kulinarische Kostbarkeiten – ein Abend von Frauen für Frauen“.

Die Arbeit des Netzwerkes beschränkt sich aber nicht nur auf diese vier Tage. Die Ehrenamtler sind 365 Tage für ihre neuen Nachbarn da. „Bei uns gibt es welche, die Deutschunterricht geben. Dieser wird mehrmals wöchentlich für Erwachsene und Kinder angeboten“, sagt Frahm. Aber auch Hausaufgabenhilfe, Handarbeitskurse für Frauen oder bei Fragen einfach nur für die Flüchtlingsfamilien da zu sein, darin sehen die Netzwerkler ihre Aufgabe. „Wir schauen zum Beispiel regelmäßig in der Unterkunft vorbei, um zu schauen, ob bei ihnen alles in Ordnung ist. Außerdem haben wir ihnen zu Beginn gezeigt, wie hier bei uns Müll getrennt wird oder dass die Geschäfte sonntags geschlossen sind“, berichtet Frahm. Zudem hat das Netzwerk Länderabende organisiert, um miteinander ins Gespräch zu kommen. „So konnten auch die Dorfbewohner mehr über die Heimat der Flüchtlinge erfahren, die jetzt hier leben“, sagt Martina Frahm.

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