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24. Oktober 2017 | 04:27 Uhr

Armut in MV : Kinder erhöhen das Armutsrisiko

vom

Kinderreiche Familien und Alleinerziehende in MV haben es besonders schwer, aus der Hilfebedürftigkeit herauszukommen. Das belegen Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit.

svz.de von
erstellt am 29.Dez.2011 | 07:07 Uhr

Schwerin | Kinderreiche Familien und Alleinerziehende in Mecklenburg-Vorpommern haben es besonders schwer, aus der Hilfebedürftigkeit herauszukommen. Das belegen Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften in den vergangenen fünf Jahren im Nordosten zwar deutlich um 26 Prozent auf insgesamt 119 100 gesunken. Die größten Rückgänge gab es jedoch bei den so genannten Single-Bedarfsgemeinschaften - gemeint sind Alleinstehende, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind - sowie bei Bedarfsgemeinschaften mit einem Kind unter 15 Jahren.

"Je höher die Kinderzahl ist, desto größer ist dagegen das Risiko, in der Hilfebedürftigkeit zu verbleiben", bilanziert Horst Schmitt von der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. So ging die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit drei Kindern unter 15 Jahren von August 2006 bis August 2011 nur leicht von 2500 auf 2381 zurück. Familien mit mehreren Kindern konnten demnach am wenigstens davon profitieren, dass die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern im gleichen Zeitraum um 38,4 Prozent gesunken ist.

Grundsätzlich habe das Risiko der Hilfebedürftigkeit in MV aber abgenommen, sagt Schmitt. Maßgeblich hierfür sei die Besserung auf dem Arbeitsmarkt. Neben dem Rückgang der Arbeitslosenquote sind in den vergangenen fünf Jahren rund 26 000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Die demografische Entwicklung im Land spielt allerdings auch eine Rolle: Monat für Monat schmilzt die Gruppe der Frauen und Männer im arbeitsfähigen Alter demnach um 1200.

Weniger Bedarfsgemeinschaften

Der Arbeitslosenverband in Mecklenburg-Vorpommern sieht noch weitere Ursachen für den deutlichen Rückgang der Bedarfsgemeinschaften. "In den Jahren 2005/2006 hatten wir ein hohes Ausgangsniveau, weil die Zahl zu diesem Zeitpunkt künstlich gestiegen war", rückt der Verbandsvorsitzende Jörg Böhm die Statistik zurecht.

Der Grund: Als Hartz IV eingeführt wurde, seien zunächst viele Hilfebedürftige auseinander gezogen und hätten entsprechend viele Single-Bedarfsgemeinschaften gegründet. Mitte 2006 sei dann aber unter anderem beschlossen worden, dass anspruchsberechtigte Jugendliche unter 25 Jahren nicht mehr ohne Genehmigung aus dem Elternhaus ausziehen dürfen. Auch würden Ältere aus der Statistik herausfallen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit Rentenansprüche erworben hätten und deshalb nicht automatisch Grundsicherung im Alter beziehen müssten, so Böhm.

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