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Jugendliche im Gespräch mit Hansa-Spielern : Kicken gegen Rassismus

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erstellt am 13.Jan.2011 | 01:36 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | So eine Sportstunde haben die Schüler der Borwin Gesamtschule wohl noch nie erlebt. Gestern konnten sie zusammen mit den Hansa-Spielern Mohammed Lartey und Malick Bolivard um die Wette kicken. Anlass des Treffens war ein Projekt, das an der Rostocker Schule seit zwei Jahren von engagierten Schülern und Lehrern vorangetrieben wird. Es läuft unter dem Titel "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage".

Und da auf dem Fußballplatz Gleichstellung schon lange gelebt wird, waren die beiden Spieler des Drittligisten Hansa Rostock der Einladung der Schüler gefolgt, standen Rede und Antwort und dribbelten im gemeinsamen Spiel den Ball gekonnt durch die Turnhalle.

Doch zunächst hatten die Jugendlichen viele Fragen. Und auch wenn es ja eigentlich um Rassismus gehen sollte, brannten vor allem die Fragen nach der Zukunft des Vereins und zur Stimmung in der Mannschaft unter den Nägeln der jungen Fußballfans. Lartey schwärmte dann auch gleich: "Die Mannschaft hält zusammen. Man freut sich schon, wenn man in die Kabine kommt und all die lachenden Gesichter sieht."

Viele der Schüler, die zum Gespräch gekommen waren, hatten Trikots und Hansa-Schals dabei, die sie sich im Anschluss signieren ließen. Doch zuerst hatten Lartey und Bolivard die vielen Fragen abzuarbeiten. Dazu hatten sich die Schüler artig in einer Schlange angestellt. "Wie steht Hansa zu Rassismus", wollte eine Schülerin wissen. Klar, der Verein hat in den vergangenen Monaten in großen Kampagnen immer wieder darauf hingewiesen, dass Fremdenfeindlichkeit im Stadion nichts zu suchen hat. Lartey machte dies noch einmal deutlich: "Jeder Mensch verdient es, respektiert zu werden, egal, wie er aussieht. Deshalb hat Rassismus in der Welt nichts verloren." Bolivard, der in der Karibik geboren wurde, später mit seiner Mutter und den Geschwistern nach Frankreich auswanderte, schilderte den Schülern seine persönlichen Erfahrungen. "Als Erwachsener ist es leichter, mit fremdenfeindlichem Verhalten umzugehen", so der Stürmer. "Aber wenn einem so etwas als Junge passiert, versteht man es nicht. Man fragt sich, was das Problem ist."

An der Borwin-Schule setzen sich Jugendliche dafür ein, dass Fremdenfeindlichkeit keine Chance hat. "Wir haben einmal 600 Unterschriften gegen Rassismus gesammelt", berichtet Schülerin Jill Jordan. So verdienten sich die Schüler den Titel "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage". Das Klima habe sich schon sehr gebessert.

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