Landkreis Rostock : Keramiker brennt für seine Kunst

Intensive Farben und interessante Oberflächen: Seine Keramik brennt Steffen Werner seit 2007 im Holzbrandofen.  Fotos: akin
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Intensive Farben und interessante Oberflächen: Seine Keramik brennt Steffen Werner seit 2007 im Holzbrandofen. Fotos: akin

Steffen Werner aus Huckstorf öffnet seine Werkstatt zum Tag der offenen Töpferei am 10. und 11. März. Führung zu seinen Holzbrandöfen.

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01. März 2018, 21:00 Uhr

Schauen, anfassen, staunen heißt es nächstes Wochenende, wenn in ganz MV in mehr als 90 Werkstätten und Ateliers beim Tag der offenen Töpferei Einblicke in die Arbeit der Keramiker gewährt werden. Bereits zum 13. Mal soll Interessenten so die Möglichkeit gegeben werden, das vielseitige Handwerk kennenzulernen und sich zum Teil sogar selbst auszuprobieren. Einer, der seine Keramikwerkstatt am 10. und 11. März ebenfalls für neugierige Besucher öffnet, ist Steffen Werner aus Huckstorf. Seit 2007 hat sich der 47-Jährige der Holzbrandkeramik verschrieben, einem nicht allzu weit verbreiteten Verfahren. „Es gibt wohl nur zirka 50 Künstler, die das machen, relativ viele davon in MV“, erzählt Werner, der sich seine erste Töpferscheibe als Jugendlicher selbst baute und den Torf damals noch mit dem Segelboot seines Vaters von Hiddensee holte.


Idealer Ausgleich zum Beruf

„Ich habe schon mit 14 Jahren mit Ton rumgematscht“, erinnert sich der gebürtige Stralsunder, den es für sein Medizinstudium nach Rostock zog. „Und mein erstes Geld, das ich als Arzt verdient habe, habe ich in eine professionelle Töpferscheibe investiert.“ Auch heute praktiziert Werner noch als Arzt. „Ich arbeite zwei Tage die Woche in der Klinik in Bützow. Dadurch bin ich in der Töpferei freier, habe nicht so einen Druck, wie wenn ich ausschließlich von der Töpferei leben würde“, erzählt der 47-Jährige, der kaum an Kunsthandwerkermärkten teilnimmt. „Das Töpfern ist ein idealer Ausgleich zu meinem Beruf. Ich schalte sofort ab, wenn die Hände etwas zu tun haben.“ In Huckstorf, wo er seit 2004 zusammen mit der Familie lebt, kann er sich seiner Passion widmen und neue Ideen ausprobieren– „der ideale Ort für Spinnereien“, sagt er lachend. „Ich brenne bei hohen Temperaturen. Dadurch erhalte ich feste und hochwertige Keramik“, erklärt Steffen Werner. Rund 1300 Grad herrschen dann in den Öfen. „Durch den Holzbrand entstehen tolle Oberflächen. Es ist immer wieder überraschend, was durch die Asche und die Flammen entsteht“, schwärmt der Huckstorfer von seinem favorisierten Verfahren. Bei Steffen Werner kommt vor allem Gebrauchskeramik in den Ofen, seltener Plastiken. „Wenn, dann nur mal eine Figur auf einem Deckel. Denn die Funktion ist mir wichtig.“ Und so entstehen neben Tassen, Kannen, Tellern und Co. auch schon mal Waschbecken oder Didgeridoos. Auch Aufträge nimmt der 47-Jährige entgegen, wie zum Beispiel Teller für einen Sternekoch aus der Pfalz. „Die Vorstellung, wie das tolle Essen auf den Tellern serviert wird, ist schon toll.“ Deswegen würde er sich auch freuen, wenn weitere Aufträge aus der Gastronomie folgen würden.

Dieses Geschirr würde er dann auch in einem seiner drei Öfen brennen, die er alle selbst gebaut hat. „Jede Oberfläche erfordert ihren eigenen Ofen“, erklärt der Keramikkünstler, der gerne viel ausprobiert. „Dabei entstehen oft spektakuläre Farben“, erklärt er. Die Planung für einen neuen Ofen braucht ihre Zeit: etwa ein Jahr, der Bau selbst nur zwei bis drei Monate. Zirka achtmal im Jahr heizt er seine Öfen an, die auch schon von Kollegen gemietet wurden. Dann wird acht bis neun Stunden durchgefeuert. „Da muss das Holz permanent nachgelegt werden. Gut zwei Raummeter Holz werden dabei verfeuert. Und aus dem Schornstein steigen dann die Flammen hoch. Das sieht schon spektakulär aus“, verrät Werner.

Beim Tag der offenen Tür wird er viele interessante Geschichten über die Arbeit mit dem Holzbrandofen erzählen können. Denn er wird nicht nur in seine Werkstatt in der Dorfstraße einladen – auf dem Programm stehen Schau- und Selberdrehen – am Sonntag um 14 Uhr zeigt der 47-Jährige seine selbst gebauten Holzbrandöfen.

Tag der offenen Töpferei: 10. und 11. März, jeweils von 10 bis 18 Uhr

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